Filmkritiken
04.07.2013

GRU, DIE MÄDELS UND DIE MINIONS - DIE 2TE

Als im Jahr 2010 kleine gelbe Wesen in „Tic-Tac“-Formen die Herzen der Kinobesucher wie im Sturm eroberten, war eines klar – es muss eine Fortsetzung geben! Dabei dürfen aber der ehemalige Superschurke Gru und seine drei entzückenden Mädels Margo, Edith und Agnes nicht fehlen! Während sich im ersten Teil die Schurkenhaftigkeit selbst übertroffen hat, fehlt im Sequel nun leider so einiges an Bösewicht-Power. Auch die rührenden Herz-Momente zwischen Gru und seinen Schützlingen kommen zu kurz, die tolle 3D-Effekt-Welt macht jedoch wieder einiges gut!

Ex-Superschurke Gru hat mit seiner kriminellen Vergangenheit abgeschlossen und führt mit seinen drei Adoptivtöchtern ein nettes und ruhiges Leben. Außer der Organisation von Kindergeburtstagen im Feenkostüm, dem Abwimmeln unliebsamer Verehrer seiner Töchter und dem Ausweichen der Verkupplungsversuchen seiner schrägen Nachbarin hat er nicht viel zu tun. Erst als es zu einigen mysteriösen Vorfällen mit Supermagneten kommt, die auf das Konto eines neuen Superschurken gehen könnten, kehrt Gru in sein altes Metier zurück. Neben seinen treuen und urkomischen Minions steht ihm dabei auch Lucy, die beste und auch nervigste Agentin der Anti-Verbrecher-Liga, zur Seite. Auf der Jagd nach dem ominösen Superschurken merken sie bald, dass sie auch abseits der Verbrecherbekämpfung kein schlechtes Duo abgeben würden und obendrein sieht Agnes in Lucy ihre neue Mutter…

Die beeindruckenden Momente des Films kann man eindeutig den Animationen und Effekten zuschreiben. Eine berauschende Kamerafahrt durch die Arktis macht einem gleich von Anfang an klar: hier gibt es technisch wirklich nichts auszusetzen! Die kunterbunten, mit Details vollgepackten Szenen sind ein wahrer Augenschmaus und man hat oft gar nicht genug Zeit, sich alle Einzelheiten genauer anzusehen.

Das wohl wichtigste Erfolgsgeheimnis – die kleinen eifrigen, irrwitzigen Minions – kommt leider viel zu kurz! Die arbeitssamen gelben Nebenfiguren werden in der Mitte des Filmes entführt und ab da vermisst man die niedlichen „Bananaaaaaaaa“-Lieblinge schmerzlich. Der Pep des Filmes verliert drastisch, sobald Dave & Co. sich nicht beteiligen können. Aber für alle Minions-Fans gibt es eine gute Nachricht: 2014 bekommen sie einen eigenen Film!!

Margo, Edith und Agnes gehen im Sequel ebenfalls ein wenig unter. Zwar gibt es immer wieder interessante Charakter-Entwicklungen, wie z.B. die der erste Liebe zwischen Margo und dem Sohn des vermeintlichen neuen Schurken oder die beginnende Mutter-Töchter Beziehung zwischen Grus Mädels und Lucy, aber so schnell wie man in diese neuen Nebenhandlungen hinein kippt, so schnell und oberflächlich werden sie wieder abgehakt. Sehr schade!

Die Fortsetzung hätte auf jeden Fall Potenzial gehabt, erneut ein superlustiger, aufregender Action-Animations-Kracher zu werden, jedoch gelingt dies durch einige Schwachstellen in der Handlung nicht ganz. Die raren Momente mit den Minions und den Kindern lassen uns trotzdem herzlich lachen und mitfühlen. Mit 8 von 10 Kokosnüssen unterhält uns das Sequel von Pierre Coffin und Chris Renaud aber allemal, mit kleinen Wermutstropfen!