Filmkritiken
25.04.2017

"Guardians Of The Galaxy Vol. 2": Der richtige Sound für interstellare Familienprobleme

Die Gruppe der exzentrischen Helden kehrt zu einem neuen intergalaktischen Abenteuer zurück, bei dem der menschliche Anführer Peter Quill alias Star-Lord endlich seinen Vater findet.

Sie haben sich überhaupt nicht verändert und sind noch immer ein richtig bunter Haufen. Für alle, die sich nicht mehr so gut erinnern können, seien sie noch einmal vorgestellt.

Ein wilder Haufen

Neben dem menschlichen Anführer Peter Quill alias Star-Lord gibt es da die grünhäutige Kämpferin Gamora, einen Muskelmann namens Drax mit kindlichem Gemüt und roten Ganzkörpertattoos, den – mit Bradley Coopers Stimme - sprechenden Waschbären Rocket, der ein echt wilder Hund ist (falls das zoologisch überhaupt möglich sein sollte) und das Baumwesen Groot – letzterer hat sein Vokabular noch immer nicht erweitert, aber dafür seine Größe reduziert, denn am Ende von Teil 1 ist er ja durch Selbstaufopferung zum Babybaum geworden und macht nun eine Wachstumsphase durch, wobei er - dank Vin Diesel Stimmbändern - nach wie vor seinen einzigen Satz „I am Groot“ in reichhaltiger Modulation zum besten gibt.

Gleich zu Beginn wird die intergalaktische Farbpalette auch noch um Goldtöne bereichert, wenn die Hohepriesterin einer genetisch veränderten außerirdischen Rasse rundum vergoldet eindrucksvoll in Erscheinung tritt. Und nicht nur die Augen bekommen hier viel zu tun, sondern auch unsere Ohren dürfen sich freuen, denn fast jede Szene verfügt wieder über den passenden Song – bevorzugt aus den 70er und 80er Jahren.

Kurt Russell als großer Ego-ist

Eigentlich dreht sich ja diesmal alles um problematische Verwandtschaftsverhältnisse: während Gamora ihre rachsüchtige und blutdürstige Schwester am Hals hat, bekommt es Quill erneut mit seinem blauhäutigen Schlitzohr von Ziehvater zu tun und lernt außerdem endlich seinen richtigen Papa kennen, der eine ziemlich einflussreiche Persönlichkeit ist und sogar einen selbstgeschaffenen Planeten besitzt. Der Name Ego könnte allerdings darauf hindeuten, dass es sich bei der von Kurt Russell gespielten Figur um einen großen Egoisten handelt.

Es geht somit ausgesprochen farbenfroh und hochmusikalisch weiter, aber vor allem der unverkennbare Humor lässt diese Fortsetzung zu einem wirklich erfreulichen Erlebnis werden – abgesehen von dem etwas in die Länge gezogenen explosiven Finale. Warum dann allerdings auch noch Sylvester Stallone zwei verzichtbare Miniauftritte absolvieren muss, wird zumindest der Regisseur wissen.

8 von 10 grootartigen Interstellarpunkten

franco schedl

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