Hamaca Paraguaya - Eine Hängematte in Paraguay

 Paraguay/Argentina/NL/F/A/D 2006

Hamaca Paraguaya

78 min.
6.60
film.at poster

Bei diesem Spielfilmdebüt - einer der ersten Spielfilme seit 30 Jahren in einem Land ohne Filmindustrie - handelt es sich um ein bemerkenswertes Kinowerk, das eine bedeutsame neue Stimme im lateinamerikanischen Film ankündigt.

Es ist Juni 1935 - Herbst im entlegenen Landesinneren von Paraguay. Noch immer ist es sehr heiß. Ein älteres Ehepaar, Kleinbauern, wartet: Es wartet auf die Rückkehr ihres Sohns von der Kriegsfront im Chaco-Krieg, es wartet darauf, dass der Hund zu bellen aufhört, und es wartet auf den Regen, auf bessere Zeiten. Die beiden warten und klagen, im ganzen Film, der scheinbar einfach zu beschreiben und formal so minimalistisch ist. Diese junge Debüt-Regisseurin aus Paraguay jedoch macht aus dem einfachen Inhalt ein intensives, grenzenloses und in seiner Bedeutung allgemeingültiges Filmerlebnis. Bei diesem Spielfilmdebüt - einer der ersten Spielfilme seit 30 Jahren in einem Land ohne Filmindustrie - handelt es sich um ein bemerkenswertes Kinowerk, das eine bedeutsame neue Stimme im lateinamerikanischen Film ankündigt. Der Film lässt uns mit seltener Intensität hinsehen und zuhören. Und hier, im Rahmen des Festivalprogramms von New Crowned Hope, in Mozarts Spuren, präsentiert der Film sich selbst als «Requiem». Es ist das Requiem für einen verlorenen Sohn, aber auch ein Requiem für ein Land und Generationen seiner Menschen, die während der Diktatur starben. Der Film handelt von der Erinnerung an die Toten, aber in seiner Zurückhaltung und zweideutigen Beziehung zur Zeit hat er sowohl die Gegenwart wie die Vergangenheit zum Thema.

(Text: Viennale 2006)

Details

Georgina Genes, Ramon del Rio
Paz Encina
Óscar Cardozo Ocampo
Willi Behnisch
Paz Encina

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Ein Anti-Film
    Vier Charakteristika machen aus diesem Streifen dann doch schon wieder etwas Besonderes:
    es passiert so gut wie nichts, die statische Kameraeinstellung wechselt fast nie, man kann im ständigen Halbdunkel fast nichts erkennen und die spärlichen, sich wiederholenden Dialoge drehen sich um das Wetter, einen bellenden Hund und die eventuelle Heimkehr des Sohnes aus dem Krieg. So gesehen ist es eigentlich gar kein Film, nicht einmal ein vertontes Bilderbuch. Vielleicht ein Versuch die absolute Leere darzustellen, das Nichts als Gegenpol zu dem Etwas. Da ist fast nichts Lebendiges mehr - also etwa das Leben nach dem Tod? Die stille Reglosigkeit der dunklen Wolken? Kann man das Warten sichtbar machen? Doch das geschieht eigentlich nur im Kopf, das ist eine Einstellung.