Filmkritiken
08/27/2015

HITLERS GELIEBTE AM HINTERN GETÄTSCHELT

Luis Trenker (1892–1990) kannte Hitler, Göring, Goebbels und wurde von diversen Nazigrößen protegiert. Hitlers Geliebte Eva Braun hatte er, wie er in seinen Memoiren bekannte, beim Tanz den Hintern getätschelt. Regisseur Murnberger hat sich nun die schwierige Aufgabe gestellt, den Bergsteiger ins urbane Flachland des Kinos zu holen – und er hat dafür, um es gleich vorwegzunehmen, in seinem Hauptdarsteller Tobias Moretti einen idealen Partner gefunden.

Moretti spielt den Trenker als charmanten Geschichtenerzähler, der die Tagebücher von Eva Braun an Hollywood verkaufen will. Leni Riefenstahl, etwas zu exaltiert gespielt von der Salzburger Ex-"Buhlschaft" Brigitte Hobmeier, bezweifelt deren Echtheit und bringt Trenker vor Gericht – sie fühlt sich darin als G’spusi Adolf Hitlers verunglimpft. Trotz Nahverhältnis zu den Mächtigen seiner Zeit bezeichnete sich Trenker als unpolitischen Menschen. Eine Ausrede, die Murnberger zugunsten des Unterhaltungswerts seines Films nicht wirklich hinterfragt.

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