Filmkritiken
19.12.2012

HOCHPROZENTIGE HEITERKEIT

Angel’s Share ist der Anteil der Engel am Whisky. Und das ist jetzt kein niedrig prozentiger Witz (in diesem an Witz reichem Film), sondern ein total ernster Fachausdruck. So nennen Whisky-Experten nämlich jene zwei Prozent, die im Jahr aus den Fässern geheimnisvoll verdunsten. In unserem Fall verhelfen die edlen Tropfen einer Gruppe von Kleinkriminellen (unter Aufsicht eines Sozialarbeiters) zu neuem Selbstbewusstsein – und mithilfe ein paar krummer Tricks auch zu neuem Geld.

Dabei handelt es sich bei aller hochprozentiger Heiterkeit um ein Sozialdrama wie es sehr typisch ist für den Briten Ken Loach. Er ist ja inzwischen sein eigenes Genre. Seine (meist großartigen) Darsteller kommen stets aus dem Proletariat, soziale Underdogs, Außenseiter der Gesellschaft. Diesmal fährt er damit wie schon in „Looking for Eric“ stramm Kurs Richtung „feelgood movie“. Bei den Filmfestspielen in Cannes konnte er damit den Jurypreis gewinnen.