Filmkritiken
19.12.2012

IST DAS GLÜCK EIN EISKASTEN?

Harald Friedl ist ein herrlich unaufgeregter Dokumentarfilmer. Sein „Aus der Zeit“ war eine melancholisch intelligente Zeitreise zu Geschäften, die es wohl bald nicht mehr geben wird. Jetzt hat der Österreicher wieder eine Reise gemacht, und zwar eine Glücksreise.

In Bhutan hat er acht Monate lang Beamte des Ministeriums für Glück begleitet, die im Auftrag der Regierung und mithilfe von Fragebögen versuchen, das Glück im Land zu ermitteln. Auf das sich der für lange Zeit abgeschottete Bhutan der Welt öffnen kann, ohne dem Materialismus zu unterliegen.

So schlagen die Glücksforscher ihre Zelte (in dem sehr gebirgigen Land auf) und fragen sich durch: „Was brauchen Sie, um glücklich zu sein?“ (und weitere 248 tiefer gehende Fragen).

Ist es ein Flugzeug? Ein Computer? Ein Kühlschrank? Ein Radio? Ist Glück, wenn man das Spital binnen weniger Minuten erreichen kann? Oder wenn die Regierung eine gute ist? Tausende Fragen, viele Antworte, ein schöner Film, der ein Bild vom Brutto-National-Glück zeichnet.