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11.09.2018

"Krypton" und "Gotham": Easter Eggs im Serienformat

Die SYFY-Serie "Krypton" startet am 18. Oktober auf Sky erstmals in deutscher Sprache.

Krypton ist der Name des Heimatplaneten von Superman und der Titel einer gleichnamigen TV-Serie des US-Senders SYFY. Die erste Staffel des Science-Fiction-Dramas ist bei Sky ab 18. Oktober erstmals in deutscher Sprache zu sehen. Das Konzept von "Krypton" erinnert sehr an die DC-Serie "Gotham" des US-Senders Fox, die in der Heimatstadt Batmans spielt. In der düsteren Stadt gibt es noch keinen Batman, doch Bruce Wayne beschreitet bereits den Pfad in diese Richtung. Doch die Geschichte von "Krypton" spielt noch weiter in der Vergangenheit.

Im Mittelpunkt steht der Großvater von Superman, Seg-El ( Cameron Cuff). Der kleine Kal-El, der nach der Zerstörung des Planeten auf der Erde zum berühmten Superman wird, ist noch gar nicht geboren. Das "Haus der El" ist in Ungnade gefallen und Seg-El versucht den Ruf der Familie wiederherzustellen. Dabei bekommt er immer wieder Besuch aus der Zukunft von bekannten DC-Charakteren wie Adam Strange. Aber es gibt auch bekannte Namen, die mit Schurken aus dem Superman-Universum in Verbindung stehen. Auch der legendäre Superman-Schurke Brainiac schaut vorbei.

 

Billiger Marketing-Nepp oder freche Neuinterpretation

Das Konzept von Serien wie "Gotham" und "Krypton" ist klar: Easter Eggs. Superman und Batman sind wohl die bekanntesten Superhelden. Man muss kein Comic-Nerd sein, um die Geschichte der Helden zumindest in Grundzügen zu kennen. Doch die wahren Nerds lieben in der Handlung platzierte Hinweise auf weiterführende Charaktere oder Zusammenhänge. "Krypton" ist eine Superman-Serie ohne Superman. Sie führt lediglich in Richtung der bekannten Geschichte. Wie auch "Gotham" besteht die Serien somit eigentlich nur noch aus Easter Eggs.

Noch dazu hat "Gotham" bereits gezeigt, dass sich die Serie in keiner Weise an den Kanon der bekannten Comic-Helden gebunden fühlt. Erzählt wird sozusagen die Geschichte in einer parallelen Realität mit denselben klingenden Namen, aber mitunter ganz anderen Handlungsverläufen. Mit der TV-Serie "Metropolis" hat DC (für den eigenen Streaming-Dienst DC Universe) bereits die nächste Serie nach diesem Modell in Auftrag gegeben. Doch dieses bloße Name-Dropping, ohne den Charakteren auch gerecht zu werden, kommt nicht bei allen Comic-Fans gut an. Man könnte dieses Serien-Konzept auch als Marketing-Nepp sehen, bei dem nicht drinnen ist, was auf der Verpackung draufsteht.

Bei "Gotham" hat das für insgesamt fünf Staffeln gereicht. Zwar sind die Plots von "Gotham" immer verrückter geworden, aber man muss der Serie auch Highlights zugestehen: Die Batman-Schurken Pinguin und Riddler wurden kaum jemals so interessant neu erfunden wie in "Gotham". Auch die Darstellung von "Brainiac" in "Krypton" dürfte die Herzen von Superman-Fans höherschlagen lassen. Damit sind diese Serien auch so etwas wie ein Versuchslabor für die experimentelle Neuinterpretation der inzwischen schon in die Jahre gekommenen Comic-Charaktere. Und mit Paralleluniversen und verrückten Experimenten sollten Comic-Fans doch längst vertraut sein. Oder etwa nicht?

 

Erwin Schotzger