La fórmula secreta
Film

La fórmula secreta

Mexiko , 1965

La fórmula secreta
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Surreal und anarchisch strahlt La fórmula secreta aus sich selbst heraus. Seine Bedeutung wächst allerdings im Kontext der mächtigen mexikanischen Filmindustrie, aus dessen Korsett der Autodidakt Rubén Gámez Form und Inhalt befreite. […] Als die hypnotische Wirkung des Kinos der Goldenen Epoche ausblieb, setzte die Kinogewerkschaft eine Initiative: Sie schrieb für Juni 1965 den „Ersten Wettbewerb des Experimentalfilms“ aus, eine Anrufung der Form am anderen Ende des Melodrama. La fórmula secreta ging als Sieger in fast allen Kategorien hervor (bester Film, beste Regie, beste Montage, beste Musikadaption). Was für ein extremer Wechsel vom traurig-schönen Melodrama zum Narrativ eines delirisch-abstrakten Bilder-Reigens, dessen Inhalte sich nicht über eine breitenwirksame Dramatik mitteilten, sondern geheimnisvoll der „filmage automatique“ surrealistischer Ausdruckweisen erwuchs! Und während das Melodrama Identität konstruierte, prangerte Gámez Identitätsverlust an: Hier schlängelt sich eine Wurstkette durch das Land, die Menschen erwürgt, Coca Cola wird in Venen infusioniert, die Bauern stehen starr in mondähnlichen, vertrocknete Landschaften … Indigene Motive (etwa die eingeblendeten Masken ritueller Tänze) und geschichtsträchtige Schauplätze (der Zócalo in Mexiko Stadt, gebaut über den Ruinen des alten Tenochtitlán, Hauptstadt der Azteken) werden wie Mahnmale zwischengeschnitten. Aber La fórmula secreta ist auch ein verspielter Film, in dem die Schlachtung einer Kuh und die sinnliche Fleischeslust der Arbeiter eine Liaison eingehen. Es ist die archetypische Logik eines Nachttraumes, die sich in der Gesamtkomposition entfaltet, um „die mexikanischen Wirklichkeiten anhand seiner Mythen auf bislang ungesehene Weise zu erkunden“. („El Día“, 1965) Wird zusammen gezeigt mit Las hurdes/Terre sans pain, L.B.J. und Liberté et patrie. Lesen Sie den gesamten Text, sowie weitere Beiträge zur Retrospektive 2007 in der VIENNALE-Publikation Der Weg der Termiten. Beispiele eines Essayistischen Kinos 1909–2004.

(Text: Viennale 2007)

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