Filmkritiken
03.12.2015

Eine Doku über die Flüchtlinge in der Votivkirche

Die fensterlosen Gewölbe des Servitenklosters würden ihn an das Gefängnis in Pakistan erinnern, sagt ein deprimierter Asylwerber, der in Österreich gegen seine Abschiebung kämpft.

Gemeinsam mit 62 Flüchtlingen hat er im Dezember 2012 sein Quartier in der eiskalten Votivkirche aufgeschlagen, um auf seine prekäre Situation aufmerksam zu machen. Nach Räumung der Kirche werden die Flüchtlinge ins Kloster übersiedelt. Gerald Igor Hauzenberger begleitete den Kampf der Männer, ihre Situation zu verbessern, über drei Jahre. Durch Hungerstreiks locken sie Persönlichkeiten wie Jean Ziegler oder Kardinal Schönborn in die Kirche, die aber außer guter Worte keinen Trost spenden können. Ein wenig statisch, aber mit großem Engagement erzählt Hauzenberger von den Versäumnissen einer Flüchtlingspolitik, deren größte Herausforderungen noch gar nicht begonnen haben.

KURIER-Wertung: ****

Was wurde aus den Asylwerbern, die 2014 die Votivkirche besetzt haben? Ein zeitloser Film über den Kampf um Asyl und menschliche Würde.