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Filmkritiken
12/27/2017

"Loving Vincent": Film trifft Malerei

Diese Woche startet der erste von Hand gemalte Spielfilm in unseren Kinos. Ein Kinospektakel, das mehr als nur schöne Bilder bereithält.

Armand Roulin (Douglas Booth) erhält von seinem Vater den Auftrag, den letzten Brief des verstorbenen Malers Vincent Van Gogh an dessen Bruder Theo zu überbringen. Als Armand erfährt, dass Theo ebenfalls tot ist, beginnt er, an Vincents Todesumständen zu zweifeln. Er fährt ins Dorf, in dem der Maler durch einen Bauchschuss umkam und versucht, die letzten Tage vor dessen Tod zu rekonstruieren. Auf der Suche nach Vincents Mörder, gerät er in einen Sog von Intrigen, bei dem er zwischen Vincents Freunden und Feinden unterscheiden muss.

Visuelles Spektakel

Loving Vincent“ ist der schönste Film des Jahres! Der animierte Thriller wurde im Studio mit realen Schauspielern gedreht und im nachhinein per Hand im Stile Van Goghs bemalt. Insgesamt arbeiteten 125 Künstler fünf Jahre an der polnisch-britischen Koproduktion. Das Regie-Duo Dorota Kobiela und Hugh Welchman hatten die Idee zum Film, als sie in einem Brief von Vincent an seinen Bruder den Satz lasen: „Nun ja, die Wahrheit ist, dass wir nicht anders sprechen können, als mithilfe unserer Werke.“ - und genau das tut dieses animierte Kunstwerk.

Handbemalt

Der gesamte Film besteht aus knapp 60 000 handbemalten Einzelbildern, welche die hundert bekanntesten Gemälde Van Goghs zum Leben erwecken. „Loving Vincent“ ist der erste gemalte Animationsfilm in Spielfilmlänge und schafft es auf großartige Weise, bildende und darstellende Kunst zu verbinden. In den Hauptrollen sind britische Größen wie Douglas Booth, Chris O’Dowd und Sairose Ronan zu sehen. Besonders beeindruckend ist die Performance der Newcomerin Eleanor Tomlinson.

Spannende Geschichte

Abgesehen von den beeindruckenden Bildern, erzählen Dorota Kobiela und Hugh Welchman eine spannende Kriminalgeschichte über die letzten Lebenstage von Vincent van Gogh. „Loving Vincent“ ist definitiv nicht nur ein Film für Kunstexperten, neben einer spannenden Geschichte gibt es auch vieles über das Leben des verkannten Künstlers zu lernen. Der Animationsfilm ist Museums- und Kinobesuch in einem und auch für ein junges Publikum zu empfehlen.

Das Biopic erhielt den europäischen Filmpreis für den besten Animationsfilm und hat die Chance, im Februar einen Oscar zu gewinnen. „Loving Vincent“ ist ein einzigartiges Kinoerlebnis und kann sowohl visuell als auch erzählerisch begeistern.

9 von 10 Ohren

Özgür Anil