MENSCHLICHER, ALS DIE ROBOTERPOLIZEI ERLAUBT

Im Gegensatz zum Modell von 1987 hat der neue Robocop einen schwarzen Metallkörper, fährt Motorrad und erscheint als richtiger Familienmensch, der am liebsten wieder mit Frau und Sohn zusammenleben würde, da er sich seine Erinnerungen und Gefühle bewahrt hat. Genau darunter leidet aber auch seine Effektivität als Kampfmaschine, weshalb sein Gefühlspegel heruntergefahren wird. Trotzdem behält der Mensch in diesem Zwitterwesen die Übermacht und Robocop lässt sich durch den geldgierigen Konzern, dem er seine Existenz verdankt, nicht missbrauchen.

Die Kampfeinsätze des Hybrids wirken in dieser Neuverfilmung reichlich Egoshooter-haft und erreichen längst nicht die Brillanz von Verhoevens perfekt in Szene gesetzten Gewaltorgien. Wer deshalb gute Action bevorzugt, wird mit dem kultigen alten „Robocop“ weiterhin bestens bedient. Regisseur José Padhila setzt den Akzent hingegen eher auf satirisch-sozialkritische Momente (immerhin hat der Argentinier eine Independent-Tradition zu verteidigen) und inszeniert dafür die Auseinandersetzungen lustlos eintönig.

Außerdem wird die neue Version durch drei gewichtige Darsteller aufgewertet: Samuel L. Jackson spielt mit größter Hingabe einen manipulativen Fernsehmoderator, der auf Amerikas Vormachtstellung als Weltpolizei pocht, Gary Oldman ist ein sehr menschenfreundlicher moderner Dr. Frankenstein und Michael Keaton (wann hat man den eigentlich zuletzt in einer größeren Rolle erlebt?) verkörpert einen charismatischen Schurken. Nicht zu vergessen die Hauptfigur: Der eher unbekannte Joel Kinnaman erhielt eine wirklich tragende Rolle und musste bei den Dreharbeiten eine 22kg schwere Roboterrüstung mit sich herumschleppen. Dafür haben er und „Robocop“ sich 8 von 10 wesentlich leichter wiegenden Bonuspunkten verdient.

Robocop (2014)

Robocop (2014)

USA 2014
Krimi, Science Fiction, Action
06.02.2014
José Padilha
Ein schwerverwundeter Polizist erwacht im Krankenhaus als Mischung aus Mensch und Maschine: die neugewonnenen Kräfte setzt er für die Gerechtigkeit ein.
6.20

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