Filmkritiken
09/02/2015

MERYL STREEP ALS ROCKSTAR-LADY

Auch Meryl Streep hat man – ähnlich wie Michael Fassbender – bereits in unterschiedlichsten Rollen (altern) gesehen, noch nie aber als Rock-Star. In Jonathan Demmes liebenswürdigem, wenn auch unbalanciertem Familien-Melo spielt Streep nicht nur eine alternde, sondern auch noch eine erfolglose Rock-Lady mit dem etwas lächerlichen Namen Ricki Rendazzo. Ricki Rendazzo tritt allabendlich mit Band in einem Pub auf und arbeitet tagsüber als Kassiererin im Supermarkt, um sich über Wasser zu halten. Ein Anruf ihres Ex-Mannes (immer herrlich: Kevin Kline) holt sie in dessen Luxus-Villa zurück, um sich um die depressive Tochter zu kümmern.

Meryl Streep in schwarzer Lederjacke, Boots und geflochtenen Zöpfchen ("Mutter, du siehst aus wie eine Nutte") liefert auf der Bühne famose Auftritte. Das Familiengestreite hingegen in der Luxus-Villa zwischen Rockstar-Mutter, Ex-Mann und Tochter trägt alle Züge einer Hochglanz-Soap-Opera mit Sitcom-Elementen: Durchwegs unterhaltsam, aber bis zum vorhersehbaren Ende auch reichlich süßlich.