Filmkritiken
21.08.2013

Minimalistisches Beziehungsspiel

Jeder soll sich seine eigene Geschichte im Kopf schaffen, ist das Credo des iranischen Regisseurs Abbas Kiarostami, der „nicht gefragt werden will, wovon seine Filme handeln“. Dieser Film , den Kiarostami in Tokio angesiedelt hat, ist tatsächlich einer, in den man viel hineininterpretieren kann: Eine junge Prostituierte namens Akiko wird zu einem alten Mann, einem Schriftsteller und Übersetzer, gerufen. Der will keinen Sex, sondern schlicht Gesellschaft. Jemandem zum Plaudern und Lachen, zum Weintrinken und Über-das-Leben-Philosophieren. Wie nahe einander der Alte und das Mädchen kommen, lässt Kiarostami offen. Und natürlich wird der Freund des Mädchens sehr eifersüchtig. Minimalistisch inszeniertes, aber packendes Beziehungsspiel.