MIT BAYRISCHEM SCHMÄH NACH INDIEN

Ein mysteriöse Nachricht von Jo auf Katis Anrufbeantworter veranlasst diese, ihr Studium abzubrechen und Hals über Kopf nach Indien zu fahren, um dort die Freundin zu suchen. Alarmiert vom Verschwinden ihrer Töchter, reisen auch die beiden Väter hinterher. Als Konsequenz springt die Erzählung holprig zwischen Oberbayern und Ashram hin und her und hat alle Mühe, ihren Verlauf in einem halbwegs plausiblen Rahmen zu halten. Während Kati nämlich durch indische Dörfer stolpert und kleine Straßenmädchen aufliest, befindet sich ihre Freundin längst wieder in Oberbayern.

Am besten funktioniert Rosenmüllers bayerischer Schmäh, wenn er sich auf das Erzählen von Alltagssituationen beschränkt. Wenn die Burschen aus der ehemaligen Clique (u. a. Volker Bruch) eine Band-Probe machen und andauernd der Strom ausfällt. Oder Katis alter Freund Rocky im Schlamm versinkt. Knackiger Wortwitz in breitem Dialekt sorgt für fein beobachtete Situationskomik. Weniger gelungen hingegen die zwei bayerischen Väter in Indien: Wenn sie über Om-singende Yogis stolpern, schrammt das Witzniveau scharf am Klamauk vorbei. Überhaupt Indien: Sobald Rosenmüller seine bayerische Scholle verlässt, verflacht seine Erzählkraft zu schalen Tourismusklischees aus dem Reiseladen.

Nicht jeder findet sich in Indien selbst.

Beste Chance

Beste Chance

D 2014
Komödie
27.06.2014
Herbert H. Rosenmüller
Im dritte Teil seiner Heimat-Trilogie schlägt Marcus H. Rosenmüller einmal mehr virtuos und mutig die Brücke zwischen Coming-of-Age- und Heimat-Film.
6.10

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