Monument Film

 A 2012
24 min.
film.at poster

Im Mai 1960 schockte Peter Kubelka das Wiener Publikum mit sechseinhalb Minuten audiovisueller, scheinbarer Anarchie: Sein Experimentalfilm ARNULF RAINER erforscht die vier Elemente des Kinematografischen - Licht, Dunkelheit, Ton, Stille - und «ist eine Gegenmaßnahme zum dominierenden emotionalen Bewegungsbild» (Jonas Mekas), «feiert die Entmachtung der Kamera als Film generierende Maschine» (Stefan Grissemann), «hat die rohe, primitive Kraft eines Naturereignisses« (Fred Camper). Inzwischen muss Kubelka, eine der zentralen Figuren des Avantgardefilms, niemandem mehr die Relevanz seiner Arbeiten beweisen. Damals aber hatte sich am Ende der Vorführung das bis auf den letzten Platz besetzte Kino nahezu geleert. Wegen ARNULF RAINER, erinnert sich Kubelka, habe er die meisten seiner Freunde verloren. Die kraftvolle Wirkung seines mit dem Wesentlichen befassten Filmstreifens hat Kubelka gleichwohl nicht vergessen und legt nun mit ANTIPHON die, im Wortsinn, Antwort auf ARNULF RAINER vor:Was vorher weiß war, wird schwarz, wo Ton war, kehrt Stille ein. Gemeinsam sind die beiden Filme Teil des Projektes «Monument Film», das aus den Formen «Projektion» und «Installation» besteht und folgendermaßen vorzustellen ist: Auf die Vorführung von ARNULF RAINER folgt die Vorführung von ANTIPHON, danach werden ARNULF RAINER und ANTIPHON in einer Doppelprojektion nebeneinander gezeigt und endlich aufeinander projiziert. Zur Filmvorführung gehört eine Ausstellung, in der die Filmstreifen von ARNULF RAINER und ANTIPHON in jeweils 128 gleich lange Streifen geschnitten, in rechteckiger und gleichmäßiger Form an Nägeln aufgehängt sind: links ARNULF RAINER, rechts gegenüber ANTIPHON, in der Mitte ergeben beide überein - andergelegt ein schwarzes Rechteck. «Monument Film» steht im Kontext der von Kubelka so bezeichneten «feindlichen Übernahme» analoger Kinotechnologie durch digitale Medien und sei zu verstehen als «Aufruf zu beharrlichem Widerstand»

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Peter Kubelka

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