NÄCHTLICHR BERLIN-TRIP N DIE DEUTSCHE BANK

Victoria heißt die junge Spanierin, die in Berlin als Kellnerin arbeitet. Die Kamera greift sie in einem Club auf, wo heftig getanzt wird. Irgendwann löst sich Victoria aus der Menge und rastet sich an der Bar aus. Ein Flirt mit dem Bartender misslingt, die junge Frau beschließt den Rückzug. Doch gerade als sie gehen will, trifft sie auf eine Viererbande junger Berliner, die man in Wien wohl als Strizzis bezeichnen würde. Sie nennen sich Sonne, Boxer, Blinker und Fuss – und bald haben sie Victoria in ihre Gruppe aufgenommen. Man mäandert fröhlich-ziellos durch die Stadt – und irgendwann bahnt sich auch eine kleine Liebesgeschichte zwischen der Spanierin und Sonne an.

Allerdings kann es Schipper nicht beim jugendlichen Flanieren in Echtzeit belassen – was schade ist, denn es hätte völlig gereicht, um ein schönes, somnambules Manifest von junger Gegenwart zu erzählen. Doch Schipper will zeigen, was er kann, und zieht die Genre-Schraube an: Ein Krimineller stellt Geldforderungen, und das Geld liegt auf der Bank. Wer schon einmal einen gelungenen Banküberfall gesehen hat, zeige auf. Wer nicht, weiß, wie es weiter geht. Und die Ereignisse überstürzen sich, werden rasanter. Atemlos, durch die Nacht. Aber das kennen wir schon.

KURIER-Wertung:****

Victoria (2015)

Victoria (2015)

D 2015
Drama, Krimi
26.06.2015
Sebastian Schipper
Der Film wurde in einer einzigen Einstellung gedreht: ohne einen Schnitt begleitet die Kamera die Protagonisten durch das nächtliche Berlin.
8.00

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