TV-Schwerpunkt: 40 Jahre Tschernobyl mit diesen Sendungen

Person in Strahlenschutzanzug und Schwarz-Weiß-Foto vom Reaktor in Tschernobyl
Am 26. April 1986 ereignete sich die größte Atomkatastrophe der Geschichte. Zum 40. Jahrestag gibt es etliche Sendungen.

In der Nacht zum 26. April 1986, gegen 1:23 Uhr Ortszeit, explodierte Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl in der damaligen Sowjetunion. Was als routinemäßiger Sicherheitstest geplant war, endete in der bis heute schwersten Atomkatastrophe der Geschichte. Der Reaktor glühte aus, radioaktives Material wurde in die Atmosphäre geschleudert und zog als unsichtbare Wolke über weite Teile Europas - worauf teilweise viel zu spät reagiert wurde.

Hunderttausende Menschen verloren in den folgenden Wochen ihre Heimat, wurden umgesiedelt und sahen ihr Zuhause nie wieder. Vierzig Jahre später ist die Sperrzone noch immer weitgehend unbewohnbar. An den Jahrestag erinnern mehrere Sender in ihrem Programm.

"Tschernobyl - Die Katastrophe"

Bereits am 7. April zeigte das ZDF zur Primetime den neuen 90-minütigen Dokumentarfilm "Tschernobyl - Die Katastrophe". Zeitzeugen wie der am Reaktorbau beteiligte Atomingenieur Nikolai Steinberg rekonstruieren darin den Hergang jener Nacht, ergänzt durch Archivmaterial und aufwendige Technikanimationen. Im Anschluss lief die Doku "Russlands Atomgeschäfte - Europa in der Falle", die den Bogen zur aktuellen Energiepolitik spannt. Beide Filme stehen in der ZDF-Mediathek bereit.

Phoenix übernahm den Film für das lineare Programm, am 26. April folgt dann ab 14 Uhr die vierteilige, gleichnamige ZDFinfo-Reihe aus dem Jahr 2023, auf der der Film beruht:

  • "Paradies" erzählt vom Aufstieg der Atomstadt Prypjat und den frühen Warnungen vor dem schwer zu kontrollierenden Reaktor.
  • "Unfall" (14:45 Uhr) rekonstruiert die Explosionsnacht und die Einzelschicksale vor Ort.
  • "Lügen" (15:30 Uhr) zeigt, wie Moskau selbst nach Entdeckung der radioaktiven Wolke über Schweden schwieg.
  • "Vermächtnis" (16:15 Uhr) blickt auf die Prozesse gegen das Kraftwerkspersonal und das bis heute strahlende Erbe.

Live aus Tschernobyl

Einen aktuellen politischen Bezug bringt das ZDF in seine Hauptnachrichten: Das "heute journal" (21:45 Uhr) sendet am Jahrestag live aus Tschernobyl. Angesichts des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, in dessen Verlauf russische Truppen zeitweise die Sperrzone besetzten, rückt die zivile Atomanlage erneut in den Fokus der Weltöffentlichkeit.

"Tschernobyl 86: Der Super-GAU"

Der "Tagesschau"-Kanal tagesschau24 zeigt um 20:15 den Dokumentarfilm "Tschernobyl 86: Der Super-GAU", der auch in der ARD-Mediathek abrufbar ist. Die 90-minütige Produktion arbeitet ausschließlich mit Archivmaterial - Fernsehbildern, Amateuraufnahmen sowie Originaltönen aus Ost und West. Volker Heise erzählt die Katastrophe aus der Perspektive der damaligen Berichterstattung in der Bundesrepublik und der DDR und macht so nachvollziehbar, was die Welt im Frühjahr 1986 wann wusste.

Im MDR läuft derselbe Film ab 22:25 Uhr. Im Anschluss folgt die Sendung "Klartext: Tschernobyl und kein Ende", in der der Sender die ostdeutsche Perspektive auf das Unglück und seine Nachwirkungen in den Mittelpunkt rückt.

Verschiedene Geräte zeigen die Website film.at mit dem österreichischen Fernsehprogramm.

Arte und 3sat ergänzen das Angebot

Auch Arte und 3sat haben eigene Produktionen platziert. Arte widmete der Katastrophe schon am 14. April einen dreiteiligen Themenabend: "Tschernobyl - Der Insiderbericht" erzählt in den Folgen "Inferno", "Strahlung" und "Schuld" die Ereignisse aus Sicht damaliger Beteiligter. Die Reihe ist weiter in der Arte-Mediathek abrufbar, ebenso wie die Reportage "Ukraine: Tschernobyl im Krieg", die den Bogen in die Gegenwart schlägt.

3sat bündelt das Thema in zwei Formaten: Das "auslandsjournal extra" unter dem Titel "Das strahlende Erbe - 40 Jahre Tschernobyl" und eine "NANO"-Ausgabe, die der Frage nachgeht, ob ein Atomkraft-Revival Chance oder Risiko ist.