© Stefan Schramek

Kinos in Corona-Zeiten
05/11/2020

Hinter geschlossenen Kinotüren: Das Burg Kino

Wie geht es Kinos in Zeiten der Coronakrise? Wir haben im Burg Kino und bei dessen Betreiber Stefan Schramek nachgefragt.

von Franco Schedl

Welche Wünsche, Ängste, Bedürfnisse und Hoffnungen bewegen KinobetreiberInnen in diesen ungewöhnlichen und komplizierten Zeiten?

Stefan Schramek vom Burg Kino hat uns dazu ein Interview gegeben:

Wie geht es Ihnen im Augenblick?

Persönlich geht es mir eigentlich gut. Ich kann die Auszeit für mich sinnvoll nutzen und das geringere Arbeitspensum tut auch mal ganz gut.


Und wie geht's Ihrem Kino?

Die Schließung war natürlich zunächst ein Schock für alle. Der ist aber inzwischen überwunden. Wenn die Wiedereröffnung näher rückt, werden ein paar kleinere Arbeiten zur Instandsetzung anfallen, aber dem Kino und unseren MitarbeiterInnen geht es im Prinzip gut und wir freuen uns schon sehr auf unser Publikum.


Was haben Sie gerade gemacht, als Sie von der coronabedingten Kinoschließung erfahren haben?  

Ich bin gerade mit hohem Fieber im Bett gelegen. Es war zwar wohl nur eine gewöhnliche Grippe, aber der Zeitpunkt war denkbar schlecht, da wichtige Entscheidungen getroffen werden mussten. Zum Glück ist dann alles einigermaßen gut über die Bühne gegangen.


Wie lange kann ein Kino ohne BesucherInnen überleben?

In unserem Fall würde es wohl noch ein paar Monate weitergehen. Wir haben zum Glück noch ein paar Reserven aus einem sehr guten Halbjahr vor der Schließung und konnten die laufenden Kosten teilweise reduzieren. Mit den staatlichen Fördermitteln sollte es auch möglich sein, bis zum Herbst durchzuhalten.


Bieten Sie irgendwelche Alternativprogramme - wie z.B. Streaming -  an?

Wir bieten auf unserer Homepage derzeit einen dreimonatigen Gratiszugang für die Streaming-Plattform MUBI an. (Wir sind bei diesem Angebot übrigens nur Vermittler und verdienen nicht an evt. Abo-Abschlüssen.)


Können Sie vielleicht ein Sommerkino veranstalten?

Dazu haben wir nicht die personelle und technische Infrastruktur und aktuell auch keine Pläne in diese Richtung.


Werden Sie tatsächlich erst mit Anfang September wieder öffnen?

Das war noch bis vor kurzem die realistischste Variante. Die jüngsten Lockerungen sind ja aber für die meisten von uns unerwartet schnell passiert. Vielleicht werden demnächst auch für Theater und Kinos neue Bestimmungen bekanntgegeben. Zum Beispiel in Norwegen, aber auch in einigen Bundesländern in Deutschland können Kinos schon im Mai wieder aufsperren.


Wenn es die Möglichkeit gibt, würden Sie früher aufsperren?

Das hängt stark vom Filmangebot ab und somit auch davon, wie sich die Situation in den USA entwickelt. Entscheidend wird aber auch sein, mit welchen Sicherheitsauflagen ein Kinobesuch bei uns in Österreich verbunden sein wird und ob das Kinopublikum diese in Kauf nimmt.


Womit verbringen Sie in diesen Wochen hauptsächlich Ihre Zeit?

Neben der verbleibenden Arbeit verbringe ich meine Zeit vor allem mit meinen drei Mitbewohnerinnen beim Kochen oder Plaudern in der Küche. Wir haben inzwischen schon alle möglichen Quarantäneaktivitäten durchprobiert - von Yoga-Kurs bis zum Bastelabend. Außerdem machen wir Ausflüge mit dem Fahrrad und zum Schwimmen an die Donau.


Sind Sie regelmäßig im Burg Kino?

Ich bin etwa zwei-, bis dreimal die Woche im Kino, um die Post zu holen, die Maschinen laufen zu lassen und für kleinere Besorgungen. Ab und zu veranstalten wir auch Privatvorstellungen für uns.


Selbstvorstellung von Stefan Schramek: "Das Burg Kino (gegründet 1912) wird inzwischen seit 40 Jahren in unserer Familie betrieben. Somit bin ich quasi damit aufgewachsen. Nachdem ich Genetik & Entwicklungsbiologie studiert und zwischenzeitlich eine wissenschaftliche Karriere angestrebt habe, ist die Entscheidung vor etwa fünf Jahren doch zugunsten des Kinobetriebes gefallen. Seit gut drei Jahren bin ich nun im Burg Kino als Geschäftsführer tätig."

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