"Michael": Singt und tanzt Jaafar Jackson im Biopic selbst?
Szene aus "Michael"
Mit "Michael" läuft gerade das Portrait eines Ausnahmekünstlers in unseren Kinos. Das Besondere an diesem Biopic ist, dass Jaafar Jackson hier in der Rolle seines berühmten Onkels sein Spielfilmdebüt gibt. Da drängt sich natürlich die Frage auf, ob wir tatsächlich seine Stimme hören und seine Tanzschritte sehen, wenn er performt. Wir wollen euch hier verraten, wie sich Michael Jacksons Neffe auf diese große Aufgabe vorbereitet hat.
Anstrengende Vorbereitungsphase
"Ich war unermüdlich und habe zwei Jahre lang jeden Tag, Stunde um Stunde, geübt, bis ich wirklich glaubte, was ich im Spiegel sah“, sagt Jaafar in einem Statement, das im Presseheft nachzulesen ist. Konkret bedeutet das: Während dieser langen Vorbereitungszeit tanzte er unermüdlich jeden Tag und setzte sich sozusagen nur hin, um tief in Michaels private Aufzeichnungen und unzählige Filmaufnahmen einzutauchen. Dennoch versuchte Jaafar nie, Michael zu imitieren. Vielmehr wollte er das Wesen und die geheimnisvolle Aura seines Onkels aufs Neue zum Ausdruck bringen.
Immerhin hat er seinen berühmten Verwandten so genau beobachtet, wie kaum ein anderer: Als Kind war ich von ihm besessen“, gibt er zu. „Ich saß vor dem Fernseher im Wohnzimmer, in dem einst Michael gesessen hatte, sah mir seine Tourneen und Videos an und nahm das einfach alles in mich auf. Ich konnte damals nicht wirklich verstehen, was es war, aber ich wusste, dass ich in diese beeindruckende Energie eintauchen wollte.“
Tanz-Training mit echten Profis
Jaafars Entscheidung, in dem Haus in Hayvenhurst zu üben, in dem auch er einst gewohnt hatte, steigerte den Realismus. "Es war mir wichtig, von derselben Energie umgeben zu sein, in der sich Michael damals bewegt hat", sagt er. "Ich bin auch in diesem Haus aufgewachsen und habe persönliche Erinnerungen an Michael dort, also waren viele Emotionen im Spiel."
Als Tanz-Trainer hatte er ein besonderes Duo zur Seite: Das dynamische Brüderpaar Rich + Tone begleitete Michael auf seiner HIStory World Tour und hat mit Künstlern von Madonna bis Gwen Stefani zusammengearbeitet. Nun widmeten sie sich der Aufgabe, Jaafars Körper so zu formen, dass er Michaels gesamtes Spektrum zum Ausdruck bringen konnte: Drehungen, Korkenzieher-Kicks, ballettartige Zehenspitzenstände, den die Schwerkraft scheinbar aufhebenden Moonwalk und die Verschmelzung von Jazz, Funk, Stepptanz, afrikanischen und Streetdance-Elementen.
Beim Gesang wird auf Michaels Originalstimme gesetzt
Was den Gesang betrifft, wäre der King of Pop aber doch eine zu große Herausforderung für Jaafar gewesen. Daher hören wir bei Performances von "Billie Jean", "Beat It", "Thriller" und "Ben" dann Michaels Originalstimme, aber es ist ja auch eine Kunst, täuschend echt lippensynchron zu singen – und das schaffen sowohl Jaafar als auch Juliano Valdi, der den jungen Michael spielt, perfekt.
Graham King, der oscarprämierte Produzent von "Departed: Unter Feinden", "Aviator", "Hugo Cabret" und "Bohemian Rhapsody", fasst es zusammen: "Ich habe noch nie einen Schauspieler gesehen, der so weit gegangen ist, um eine Figur zu verkörpern. Jaafar mag Michael in seinen Genen haben, aber er hat das auf eine höhere, bewegendere Ebene gehoben, als wir es uns je hätten vorstellen können. Er ist das Zentrum, er ist das Herz. Mit ihm, erwacht der Film zum Leben."
"Michael" ist derzeit in unseren Kinos zu sehen. Hier geht's zu den Spielzeiten!