Primetime: Erzählt das Pattinson-Drama eine wahre Geschichte?
Szene aus "Primetime" mit Robert Pattinson
Als Opfer einer „Versteckte Kamera“-Aktion ärgert man sich vielleicht im ersten Moment und lacht dann darüber. Doch das trifft in diesem Fall bestimmt nicht zu, denn wer von Chris Hansen (Robert Pattinson) und dessen Mitarbeitern im Film „Primetime“ hinters Licht geführt wird, muss mit öffentlicher Bloßstellung, Gerichtsverhandlung, Haftstrafe und einem zerstörten Leben rechnen (und vielleicht gipfelt alles sogar in einem Selbstmord).
Mitte der 2000er-Jahre zieht Investigativ- Journalist Hansen nämlich ein spektakuläres Reality-Format auf, das sich der Jagd nach Pädophilen widmet. In unterschiedlichsten US-Bundesstaaten versucht er mit Lockvögeln Männer in die Falle zu locken, denen der Sinn nach sehr, sehr jungen Frauen steht – und hat großen Erfolg dabei. Nach eindeutigen Chats mit einem angeblich 12- bis 15-jährigen Mädchen folgt eine Einladung zu einem Treffen, bei dem eine jung wirkende Schauspielerin die Männer erwartet. Doch wer auf dieses Treffen eingeht, sieht sich zugleich Hansen und dessen Team gegenüber und wird vor laufender Kamera zur Rede gestellt, bevor dann wohl auch die Handschellen zuschnappen.
Selbstgerecht führt Hansen diese Menschen vor, als ob er teuflischer Versucher, Richter und strafender Gott in einer Person wäre. Doch ist das tatsächlich so passiert? Welche wahre Geschichte steckt hinter „Primetime“?
Wie wahr ist „Primetime“ wirklich?
Die Reality-Sendung „To Catch a Predator“ wurde tatsächlich zwischen 2004 und 2007 im Nachrichtenmagazin „Dateline NBC“ in 20 Episoden ausgestrahlt und löste in den USA eine hitzige Debatte über Internetsicherheit, Medienverantwortung und Selbstjustiz aus. Wie nah bleibt der Film an realen Ereignissen dran?
Während die Prämisse und das Setting auf realen Ereignissen basieren, nimmt sich der Film künstlerische Freiheiten heraus. Regisseur Lance Oppenheim und das Produktionsteam legten keinen Wert auf eine faktengetreue Nacherzählung, sondern inszenierten die Geschichte als zugespitztes, teils surreales Drama.
Der reale Chris Hansen distanzierte sich inzwischen öffentlich von dem Film, kritisierte ihn als pure Fiktion und betonte, dass viele der gezeigten Handlungen und Dialoge so nie stattgefunden haben. Der Film versteht sich daher eher als eine medienkritische Abrechnung mit Sensationsgier, öffentlicher Vorverurteilung und den psychologischen Abgründen hinter den Kulissen des Fernsehens, statt als nüchterne Dokumentation.
„Primetime“ ist derzeit in unseren Kinos zu sehen. Hier geht's zu den Spielzeiten!