SLASH Filmfestival 2026: Trailer und erste Film-Highlights

Junge Frau schaut durch ein Loch in einen engen Eistunnel, davor ein kleines lilafarbenes Drachenwesen.
Vom 23. September bis 4. Oktober kommen Fans des Fantasy-, Horror- und allgemein verqueren Kinos wieder auf ihre Kosten.

Es wird im kommenden Herbst wieder schrecklich aufregend, wenn das SLASH Filmfestival zwischen 23. September und  4. Oktober 2026 zum 17. Mal Highlights des aktuellen internationalen Genrefilms sowie Klassiker und Wiederentdeckungen über die Leinwände in Filmcasino, Metro Kinokulturhaus, Gartenbaukino (Eröffnung) und Schikaneder Kino (Retrospektive-Special) huschen lässt.

Mit dem Release des diesjährigen Festivaltrailers startet der Countdown zum zweitgrößten Genre-Event im deutschsprachigen Raum: Regisseurin Klara Rabl und das Team rund um das Fleischwolf Kollektiv schleusen uns mitsamt der Protagonistin in einen fantastischen Kosmos jenseits des Gefrierfachs, liebevoll ins Leben gerufen mittels praktischer, digitaler und Stop-Motion-Effekte.

Erste Film-Highlights

Uns erwarten rund 40  Österreichpremieren aktueller Genre-Langfilme aus aller Welt und dabei wird der Bogen vom bunten Animations-Spektakel bis zum körpersaftigen Slasher gespannt. Mit fünf Titeln geben die SLASHer einen ersten Einblick in die Bandbreite des Festivalprogramms 2026:

  • Yusuke Iwasaki legt mit seinem preisgekrönten Langfilmdebüt (FIPRESCI-Preis, Berlinale 2026) ANYMART (JP 2026) einen grandiosen Mix aus Horror, absurder Komik und Sozial-Satire hin: In einer ruhigen Ecke von Tokio nimmt der Arbeitsalltag von Sakai, Assistenzmanager eines kleinen Supermarkts, seinen gewohnt öden Lauf. Doch als sich eine anfangs noch subtile Disruption im Laden auszubreiten beginnt, ist Schluss mit der Monotonie im Konsumismus-Mikrokosmos. 
  • Einen zeitgemäß verstörenden und brutalen KI-Albtraum liefert mit Chris Marrs Pilieros APPOFENIACS (US 2026) ein weiteres Langfilmdebüt: Duke ist davon besessen, abscheuliche Deepfake-Videos zu erstellen und auf die Welt loszulassen - ohne sich dabei um die verheerenden Konsequenzen für seine Opfer und das Chaos, das er sät, zu scheren.
  • Mit JIM QUEEN (FR 2026) sorgten Nicolas Athane und Marco Nguyen für den lustigsten Crowdpleaser der diesjährigen Filmfestspiele in Cannes: In der Animationskomödie wird das Leben des queeren Fitness-Influencers Jim vom Heterose-Virus aus der Bahn geworfen, das schwule Männer hetero macht. Gemeinsam mit seinem jungen Fan Lucien begibt er sich auf einen surrealen Roadtrip, um sich selbst und die gesamte Community zu retten.
  • In RECLUSE (US 2026) kehrt Tontechnikerin Joan in das Haus ihrer Kindheit zurück, um sich um ihren bettlägerigen Vater zu kümmern - und wird dort mit den Dämonen der Familienvergangenheit und der sinistren Macht des Anwesens konfrontiert. Drehbuchautor Henry Chaisson (ANTLERS) gelingt mit seinem Langfilm-Regiedebüt ein atmosphärisches Gothic Horror-Glanzstück mit herausragendem Sounddesign. 
  • Ausgelöst durch monströse, die Ernte verwüstende Wildschweine schwelt in einer Kleinstadt im nordöstlichen Frankreich Krieg zwischen Bauern und Jägern. Als der Konflikt eskaliert, schlagen Polizist Fulda und Psychologin Stéphane am Lande auf, um die Ermittlungen aufzunehmen. Mit TOO MANY BEASTS (FR 2026), einem höchst originellen Mix aus Dark Comedy, Polizeikrimi, Mystery-Thriller und Romanze, staubte Sarah Arnold die Auszeichnung als bester europäischer Film bei der Quinzaine des Cinéastes in Cannes ab.  

Retrospektive Unsafe Space

Die SLASH-Retrospektive widmet sich 2026 einem so wesentlichen wie pikanten Kapitel der Genrefilm-Historie, dem nordamerikanischen Grindhouse Cinema und möchte den Geist der Grindhouses, also Genrekino frei von Kunstverdacht und Award-Ambition wiederbeschwören, und die schwer vertretbaren Schoßgebete und Körperzerstörungen von damals in einen Dialog setzen mit zeitgenössischer Sensibilität. Unterstützt werden die Veranstalter dabei unter anderem vom britischen Filmbuch-Autor Stephen Thrower, der mit „Nightmare USA: The Untold Story of the Exploitation Independents“ ein Grundlagenwerk zu diesem Themenkomplex verfasst hat und beim Festival zu Gast sein wird. 

Gezeigt werden 16 Arbeiten, nach Möglichkeit präsentiert auf 35-mm-Film darunter LOVE ME DEADLY
(US 1972, Jacques Lacerte), ILSA, SHE-WOLF OF THE SS (CA 1975, Don Edmonds), THE DRILLER KILLER
(US 1979, Abel Ferrara) und BASKET CASE (US 1982, Frank Henenlotter). Für die gesamte Retrospektive gilt strenges Jugendverbot (18+), einige Vorstellungen können ausschließlich inklusive ihrer filmwissenschaftlichen Einführung besucht werden.