"The Beauty": Was bedeutet das Ende von Staffel 1?

Evan Peters mit der Beauty-Spritze
Die Comicverfilmung in Serienform entlässt uns vielleicht etwas ratlos. Wir wollen euch ein bisschen auf die Sprünge helfen.

Jetzt haben wir also die 11 Folgen von "The Beauty" auf Disney+ intus und wissen, wie sich "American Horror Story"-Schöpfer Ryan Murphy diesmal austoben konnte. Als Vorlage für seine neue Serie diente ihm die Comicbuchreihe von Jeremy Haun und Jason A. Hurley. Doch auf welche Entwicklung steuert Staffel 1 überhaupt zu? Wir wollen euch hier das Ende erklären – wobei man hinter dieses Wort ein großes Fragezeichen setzen muss.

Jessica Alexander mit der Beauty-Spritze

Werbematerial für die Serie "The Beauty"

Sinneswandel des Bösewichts Byron?

Die Nachricht, dass sein eigener, bereits transformierter Sohn Tig (Ray Nicholson), seiner Ehefrau Franny (Isabella Rossellini) das dubiose Schönheitsmittel gegen deren Willen verabreicht hat, trifft den skrupellosen Tech-Milliardär Byron Forst (früher Vincent D'Onofrio, nun Ashton Kutcher) zutiefst. Die Tragödie gipfelt in Frannys (nun Nicola Peltz) wortreichem Protest und ihrem versuchten Selbstmord, wodurch Byron in eine schwere emotionale Krise stürzt. Dieses Erlebnis scheint ihn komplett verändert zu haben und er wirkt wie ein geläuterter Mann. Offenbar ist er ab sofort bereit, sein gesamtes Vermögen einzusetzen, um die Verbreitung des Mittels endgültig zu stoppen, während eine wahre Klageflut durch missglückte "Beauty"-Anwendungen auf sein Konzern niedergeht.

Ist euch übrigens aufgefallen, dass der Auftritt der verwandelten Franny als Hommage an Rossellini und ihre Rolle in "Der Tod steht ihr gut" zu verstehen ist? Hier der Beweis:

Ein Gegenmittel ist verfügbar

Während Byrons Sohn bereits heimlich das Attentat auf seinen Vater plant, tritt Dr. Sterling (Ari Graynor) wieder auf den Plan. Dank hochentwickelter KI-Bots war es ihr gelungen, ein Heilmittel zu entwickeln, das die Wirkung des Präparats rückgängig machen kann. Sie macht bei einem Zusammentreffen, das wohl als "Matrix"-Parodie angelegt sein soll,  Jeremy (Jeremy Pope), Cooper (Evan Peters), Jordan (erst Rebecca Hall, nun Jessica Alexander) sowie dem "Attentäter" (Anthony Ramos) ein verlockendes Angebot: Im Austausch für ihre Unterstützung erhalten sie entweder das Gegenmittel oder lebenslange Auffrischungen, um ihr makelloses Aussehen zu bewahren.

Ashton Kutcher mit der Beauty-Spritze

Werbematerial für die Serie "The Beauty"

Coopers Schicksal nach der neuerlichen Transformation

Cooper, der im Staffelfinale immer noch im Körper eines Kindes gefangen ist, entscheidet sich für das Heilmittel. Ob die Behandlung jedoch wirklich klappt, bleibt offen, denn die elfte Episode "Beautiful Betrayal" endete mit einem Cliffhanger, bevor sein Schicksal geklärt werden kann. Wir sehen nur, dass der Kokon, in dem er nach der Verwandlung steckt, von einer Hand durchstoßen wird, aber der restliche Körper bleibt unsichtbar. Zumindest die Reaktionen der Umstehenden lassen aber darauf schließen, dass die Transformation auch diesmal eine unerwartete Wendung genommen hat.  Wer weiß – vielleicht hat Cooper sich nun womöglich in eine Frau verwandelt. Damit ist also klar: Alle Zeichen stehen auf eine Fortsetzung in Staffel 2.

Alles in allem hat Murphys Serie einen recht ziellosen Eindruck hinterlassen. Ständige Nebenhandlungen - zuletzt das schreckliche Schicksal der Schülerin Bella (Emma Halleen) - haben uns die Hauptgeschichte fast aus den Augen verlieren lassen und die sprunghaften Entwicklungen wirken oft undurchdacht und wenig überzeugend. Wir bekommen eine schöne Oberfläche geboten, beautiful aufpoliert, aber darunter scheint alles eher hohl zu sein. Evan Peters ist da offenbar anderer Meinung, denn in einem Interview mit "The Hollywood Reporter" sagt er zum Beispiel: "Ich persönlich bin sehr gespannt auf die zweite Staffel. Wie die Welt aussieht, jetzt, wo 'The Beauty' überall präsent ist und die Leute es absichtlich anwenden. Ich denke, die Serie bereitet das gut vor." Ja, wenn er meint…