"Nomaden des Himmels": Einbruch der Moderne mit Baggern und Wetterstationen

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Weil eine junge, verheiratete Frau einen fremden Mann anlächelte, wurde sie von ihrer erzürnten Schwiegermutter in einen Vogel verwandelt. So weiß es die Legende – doch sogar für kirgisische Verhältnisse ist sie schon recht angegraut. Trotzdem erzählt sie die alte Frau gern – und ihre Schwiegertochter versteht die Botschaft. Zwar ist der Sohn der Alten – Ehemann der Schwiegertochter – längst bei einem Unfall verstorben. Trotzdem sollen seine Witwe und ihre Tochter im Zelt der Altvorderen wohnen bleiben. Wie auch schon die Generationen davor in der abgeschiedenen Bergwelt Kirgisiens.

Doch die Moderne bricht unaufhaltsam herein – in Form von Baggern und Wetterstationen. Sie bedroht die Nomadenfamilie mit Verlusten, bietet aber auch neue Lebensmöglichkeiten. Zartfühlend erzählt Regisseur Mirlan Abdykalykov von einer im Versinken begriffenen Welt – ohne Sentimentalität, aber in aller Schönheit.

Alexandra Seibel

INFO: Kirgisien 2015. 81 Min. Von Mirlan Abdykalykov. Mit Taalai Abazowa.

 

KURIER-Wertung:

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