PARIS 1. Günther Anders, Nicolas Rey, autrement, la Molussie/anders, Molussien

2012

Min.81

Verfilmung eines Romans, ohne ihn gelesen zu haben: Günther Anders' Die molussische Katakombe als improvisierte Übersetzung eines Gefühls, einer Idee, eines inneren Bildes, von dem man ahnt, dass es stimmt. Deshalb setzt man es in Szene. Ähnlich schwebend auch die Begegnung mit dem Film, der ein Dazwischen sucht, die Schönheit des Ungefähren, den Reiz des Unbeendeten: Neun 16mm-Akte, die mit jeder Projektion neu angeordnet werden. Bereits abgelaufenes Filmmaterial, das den fast menschenleeren Landschaften etwas Malerisches gibt, um sie zugleich im wuselnden Korn des Filmbilds zu ertränken. Parabelhafte Fragmente der literarischen Vorlage, die vom Hier und Jetzt zu sprechen scheinen und doch über 80 Jahre alt sind. Ein Werk über das Heute auf einem Material von gestern, das mit jeder Aufführung deutlicher die Zeichen der Zeit tragen wird. Dialektisches Denken, das alles durchzieht, ohne dabei an Poesie und Schönheit einzubüßen. (A.B.)

  • Regie:Nicolas Rey

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