Filmkritiken
29.04.2015

Pariser House-Szene der 90er-Jahre

Mitte der 90er-Jahre muss die französische Le Monde ihren Lesern noch erklären, was genau eigentlich "Ecstasy" ist. Für die Mutter eines Sohnes, der von Beruf DJ ist, eine interessante Info –- zumal sie statt DJ versehentlich immer noch DG sagt. Doch bald feiert die französische House-Music ihre Höhepunkte in der Pariser Clubszene und bringt ein Star-Duo wie Daft Punk hervor.

Die junge französische Regisseurin Mia Hansen-Løve taucht tief in die Pariser House-Szene der 90er-Jahre ein, erzählt aus der Perspektive eines DJs namens Paul. Inspiriert von dem Leben ihres Bruders Sven Hansen-Løve, der selbst als House-DJ erfolgreich war und am Drehbuch mitschrieb, dokumentiert die Regisseurin unaufgeregt, aber mit unglaublicher Sogkraft die Magie einer (nächtlichen) Musik-Szene, die irgendwann zerfällt und all jene, die es nicht zu Starruhm gebracht haben, ernüchtert zurücklässt.