Filmkritiken
19.03.2014

PROTEST - NACHDRÜCKLICH ABER GEWALTFREI

Recht haben sie! Aber selbst wenn dem so ist, müssen sie sich das Recht womöglich erst verschaffen, weil es ihnen von den Mächtigen streitig gemacht wird. Wie sollen sie dabei vorgehen und zwar auf gewaltlosem Weg? Die vielstimmige Doku der Brüder Arash und Arman T. Riahi zeigt Möglichkeiten des friedlichen Protests gegen repressive Systeme auf, indem sie weltweit Aktionen verschiedenster Gruppierungen verfolgt: seien es Aktivisten von „Occupy”, die spanischen „Indignados” oder die ukrainischen Oben-ohne-Aktivistinnen von „Femen”. Sie alle stehen in einer langen Tradition, die sich von Ghandi über Martin Luther King bis Nelson Mandela herleitet und suchen mit ihrem politischen Engagement einen Weg aus der Krise, indem sie auf intelligent-kreative aber vor allem mutige Weise Unterdrückung, Bevormundung und Diktatur den Kampf ansagen.

Die Schauplätze wechseln von New York, Madrid, London, Teheran, zu Kairo, Damaskus oder Kiew und abgesehen von den Personen an vorderster gewaltloser Front kommen ein paar der wichtigsten Wissenschaftler und Theoretiker der Szenen zu Wort. Die vielfältigen Protestmethoden der Aktivisten haben die Regisseure auch angeregt und werden von ihnen durch unterschiedliche filmische Mittel visualisiert. Damit nicht genug, ist der Film selbst bloß Teil eines größeren Projekts und wird von einer mehrfach preisgekrönten, internationalen Web-Plattform (everydayrebellion.net) sowie einer mobilen Applikation begleitet.

Und da sage noch einmal jemand, Widerstand wäre zwecklos. Wer könnte so viel zivilem Ungehorsam seine Sympathie versagen?