ROTZFRECH UND VERLETZLICH

Als sie bei einer nächtlichen Sprayer-Aktion am Bahnhof von der Polizei aufgegriffen wird, verknackt sie ihr Bewährungshelfer zu einer Sozialstrafe im AIDS-Hilfe-Haus. Dort lernt sie den schwer erkrankten Paul kennen, der es fertig bringt, durch seine „innere Punkigkeit“ das Mädchen aus der trotzigen Isolation herauszulocken. Doch für die aufkeimende Liebe zwischen den beiden jungen Menschen bleibt nicht viel Zeit: obwohl - oder gerade weil - Mae über den Krebstod ihres Bruders nie hinweggekommen ist, lässt sie sich auf ein intensives Erlebnis ein, das schmerzlich aber zugleich auch zukunftsweisend für sie enden wird.

„Chucks“ ist eine unglaublich gut gelungene Romanverfilmung, bei der sich die 23jährige Anna Posch als Idealbesetzung für die weibliche Hauptrolle erweist: rotzfrech und verletzlich zugleich trägt sie den Film buchstäblich in jeder einzelnen Szene und harmoniert ausgezeichnet mit ihrem Leinwandpartner Markus Subramaniam. Wesentlich schwieriger gestaltet sich da schon die Annäherung an ihre Filmmutter Susi Strach, was aber auch gut nachvollziehbar ist - wie soll man zu einem Menschen, der seinen Geburtstag in Form einer Tupperware-Party feiert, bitte schön eine richtige Beziehung aufbauen können?

Nicht nur vor der Kamera war Frauenpower vertreten: Für den wirkungsvollen Soundtrack wurden starke Frauenstimmen aus der zeitgenössischen österreichischen Musikszene eingesetzt. 8 von 10 surrealistisch anmutenden Axolotls für unser Filmaquarium.

Chucks

Chucks

A 2015
Drama, Romanze
25.09.2015
Sabine Hiebler, Gerhard Ertl
Diese Verfilmung des Erfolgsromans von Cornelia Travnicek erzählt die Liebesgeschichte zwischen der Schulabbrecherin Mae (16) und dem unheilbar kranken Paul (21).
7.00

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