Setbesuch bei neuem Karl Markovics Film

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Es herrscht Tumult in den Schrebergärten im 15. Wiener Gemeindebezirk. Die Dreharbeiten zu Karl Markovics neuem Film sind voll im Gange. Hauptmotiv ist ein alter Schrebergarten, bei dem einige Adaptionen für die Dreharbeiten vorgenommen wurden. Nach dem Tod seines Hundes will Heinrich Senft (Heinz Trixners) sein Haustier in seinem Garten begraben und lässt sich dabei vom afghanischen Flüchtling Adib Ghuber (Borhan Hassan Zadeh) helfen. Dabei fungiert der Schrebergarten als Ort der Begegnung zwischen Vergangenheit und Zukunft.

Mehr als nur Politik

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Markovics schrieb das Drehbuch zu „ Nobadi“ bereits vor zwei Jahren und reduziert seinen Film weder auf Partei- noch auf Regierungskritik. „Es waren zwei unterschiedliche Geschichten die 2015 durch die Migrationswelle auf seltsame Art und Weise zu einer Geschichte geworden sind. Der letztendliche Auslöser war, wie der ehemalige sozialdemokratische Innenminister Doskozil die Sicherheitskonferenz der Westbalkanstaaten einberufen hat, um über das Sicherheitsproblem zu reden. Ich hatte ein Problem mit der Diktion, da eine Opfer-Täter Umkehr stattfand, denn wer hat denn tatsächlich ein Sicherheitsproblem, die Flüchtlinge oder wir?“, so Markovics über die Entstehung seines Drehbuchs.

 

Erstes Mal vor der Kamera

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Bei der Suche nach der Besetzung für die Rolle des afghanischen Flüchtlings bekam Markovics Hilfe von Hilde Dalik, die ein Theaterprojekt mit Flüchtlingen ins Leben gerufen hatte. Borhan Hassan Zadeh lebt seit sechs Jahren in Österreich und steht das erste Mal vor der Kamera. „Am Anfang war ich noch sehr nervös, weil ich niemanden kannte, aber jetzt machen mir die Dreharbeiten sehr viel spaß“, erzählt der 23 jährige Afghane über die Dreharbeiten. Er interessiere sich sehr für die Schauspielerei, aber wolle als Flugbegleiter arbeiten, falls es zu weniger Film- und Theaterangeboten kommen sollte.

2019 in den Kinos

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Hinter der Kamera steht der Filmakademie Wien Absolvent Serafin Spitzer, der nach vielen Erfahrungen bei Kurz- und Dokumentarfilmen nun bei seinem ersten Kinospielfilm für die visuelle Umsetzung verantwortlich ist. Markovics legt großen Wert auf die Schauplätze seiner Geschichten und sah sich bereits schon vor zwei Jahren in der Schrebergartensiedlung nach dem passenden Motiv um. Schon bei seinem letzten Film „Superwelt“ erkannte man die starke visuelle Erzählweise des Wiener Regisseurs, auch in „Nobadi“ werde er ein großes Augenmerk auf die Kameraarbeit legen. Nach minutiösen Vorbereitungen mit dem Kameramann begannen schließlich im April die Dreharbeiten, die noch bis Mai andauern werden.

Nobadi“ wird vermutlich erst 2019 in den österreichischen Kinos zu sehen sein und könnte seine Premiere  schon nächstes Jahr auf der  Berlinale feiern.

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