"Star Trek Discovery": Episode 03, Review

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10/24/2017

Star Trek Discovery – Episode 06: Die dunkle Vergangenheit des Captain Lorca

Die Episode "Lethe" ist eine aufschlussreiche Reise in die Vergangenheit von Michael Burnham und Captain Lorca.

Der Titel der "Star Trek Discovery"-Episode "Lethe" (nach dem Fluss des Vergessens in der griechischen Unterwelt) gibt bereits einen Hinweis auf den Fokus dieser Folge: Es geht um Ereignisse in der Vergangenheit von Michael Burnham und Captain Gabriel Lorca. Ereignisse, die nur im Fall von Burnham zu Tage treten, im Fall von Lorca aber weitgehend im Dunkeln bleiben.

SPOILER-ALARM! Wenn auch die Handlung dieser Episode weiterhin im Dunkeln bleiben soll, muss an dieser Stelle unverzüglich die Schubumkehr aktiviert werden.

In der abgeschlossenen Episoden-Handlung steht wieder Michael Burnham im Mittelpunkt. Auf einer geheimen diplomatischen Mission wird Botschafter Sarek, der Vater von Spock und Mentor von Burnham, durch einen Selbstmordattentäter verletzt. Das spürt Burnham auf der Discovery so stark, dass sie selbst auf der Krankenstation landet. Sie bittet Captain Lorca das verschollene Raumschiff von Sarek aufzuspüren und ihn zu retten. Lorca stimmt zu und leitet die Rettungsmission sogar entgegen der Befehle des Sternenflotten-Kommandos ein. Diese Entscheidung führt zu zwei Handlungssträngen.

Gemeinsame Vergangenheit mit Spock

Burnham sucht nach Sarek und findet ihn im Inneren eines interstellaren Nebels. Um mit Hilfe eines Gerätes zur Herstellung künstlicher Gedankenverschmelzungen Kontakt mit Sarek aufzunehmen und seinen genauen Standort zu bestimmen, muss sie mit einem Shuttle in den turbulenten Nebel fliegen. Eine klassische "Star Trek"-Mission also, bei der sie von Sylvia Tilly (Mary Wiseman) und Ash Tyler (Shazad Latif) unterstützt wird. Doch Burnham stellt fest, dass Sarek sie nicht in seinen Gedanken haben will. Die Ursache dafür ist ein Geheimnis im Zusammenhang mit der Zurückweisung von Burnham als vollwertige Vulkanierin. Es stellt sich heraus, dass Sarek gezwungen wurde sich zwischen seinem Sohn Spock und seinem Mündel Burnham zu entscheiden. Nur einem seiner "Experimente" wurde die Ehre der vollen Anerkennung als Vulkanier zuteil. Sarek entscheidet sich für Spock und arrangiert für Burnham die Aufnahme in der Sternenflotte. Wie wir wissen, entscheidet sich auch Spock gegen das vulkanische Establishment und heuert bei der Sternenflotte an. Sarek plagen deshalb – ganz untypisch für einen Vulkanier – Schamgefühle und Schuld. Nachdem die daraus resultierenden Verletzungen in den verschmolzenen Gedanken der beiden geklärt werden, gelingt es Burnham den bewusstlosen Sarek an Bord seines Schiffes zu wecken, um ihn zu retten.

Lorcas dunkle Vergangenheit und fragwürdige Motive

Im zweiten, langfristigen Handlungsstrang wird Captain Lorca mit Admiral Cornwell konfrontiert. Sie kommt persönlich auf die Discovery, um ihn nach der eigenwilligen Rettungsaktion davor zu warnen, sich zu viele Feinde in den eigenen Reihen zu machen – Krieg mit den Klingonen hin oder her. Lorca zeigt sich relativ unbeeindruckt und bietet ihr lieber Whiskey an. Offenbar kennen sich die beiden von früher. Cornwell betont immer wieder, dass Lorca seit dem Vorfall mit seinem letzten Schiff nicht mehr derselbe sei. Schließlich landen die beiden im Bett. Doch als Cornwell seltsame Narben auf seinem Rücken berührt, rastet Lorca aus und bedroht sie mit einem Phaser (offenbar hat er in allen Lebenslagen einen zur Hand). Cornwell erkennt, dass Lorca offensichtlich ein psychologisches Problem hat. Sie beschließt seine Ablöse als Captain der Discovery und teilt ihm das auch mit. Doch die Sternenflotten-Admiralin kommt nicht dazu, diese Entscheidung umzusetzen:

Da Sarek verletzt ist, schlägt Lorca vor, dass Cornwell als hochrangiger Ersatz für das geheime Treffen mit Vertretern von zwei Klingonenhäusern einspringt. Das Treffen stellt sich als Falle heraus. Cornwell wird gefangen genommen. Als Saru eine schnelle Rettungsaktion mit der Discovery voschlägt, zeigt sich Lorca (selbst für den korrekten Saru) überraschend konformistisch. Diesmal besteht Lorca auf die Einhaltung des Sternenflotten-Protokolls, d.h. Meldung an das Kommando und Warten auf Befehle.

Was führt Lorca im Schilde?

In der Episode "Lethe" wird endgültig klar, dass Captain Gabriel Lorca etwas zu verbergen hat. Offenbar braucht er dafür die U.S.S. Disvovery und Michael Burnham. Und ganz offensichtlich ist er bereit, für sein Ziel – was immer es auch sein mag – über Leichen zu gehen. Dabei dürfte auch klar sein, dass es dabei nur vordergründig um den Krieg mit den Klingonen geht: Warum würde Lorca sonst den in der letzten Folge aus der Gefangenschaft befreiten Ash Tyler in die Crew aufnehmen und ihn sogar zum Sicherheitschef befördern. Was für Lorca zählt, ist bedingungslose Loyalität. Und auch hier hat er einen Erfolg zu verbuchen: Mit der Rettung von Sarek scheint er Burnhams Loyalität gewonnen zu haben.

Fan-Theorien zu Lorca und Tyler

Die Theorien der Fans zu den beiden dubiosen Charakteren Gabriel Lorca und Ash Tyler blühen bereits. Es wird vermutet, dass Ash Tyler der chirurgisch zum Menschen gemachte Klingone Voq ist. Wem diese Theorie zu weit hergeholt ist, der erinnere sich an die oft zitierte Episode "Kennen Sie Tribbles?" (Original: "The Trouble with Tribbles"). In dieser Folge der Originalserie wird der (scheinbare) Mensch Arne Darvin von Captain Kirk mit Hilfe der auf Klingonen nervöse reagierenden Tribbles als Spion der Klingonen enttarnt, dem chirurgisch ein menschliches Erscheinungsbild verpasst wurde. Übrigens: Wer genau aufgepasst hat, dem wird vielleicht in Capain Lorcas "Ready Room" schon ein Pelzknäuel aufgefallen sein, das verdächtig nach einem Tribble aussieht.

Die Theorien zu Gabriel Lorca selbst beziehen sich ebenfalls auf seine Herkunft: Die Fans vermuten, dass er aus dem "Spiegel-Universum" kommt. In dem aus der Originalserie bekannten Alternativuniversum existiert die Föderation als ein diktatorisches Imperium. Jede Person hat dort einen bösen Zwilling. Es wird vermutet, dass der echte Lorca auf seinem letzten Schiff gemeinsam mit seiner Crew gestorben ist. Der Spiegel-Lorca habe dann irgendwie seinen Platz eingenommen. Eine interessante These. Selbst wenn sie stimmt, bleibt jedoch offen, was Lorca im Schilde führt.

Erwin Schotzger