Wim Wenders erhält Ehrenpreis für Lebenswerk
Regisseur Wim Wenders
Der erste Preisträger des Deutschen Filmpreises 2026 steht fest: Wim Wenders (80) erhält am 29. Mai in Berlin den Ehrenpreis für sein Lebenswerk. Das gab die Deutsche Filmakademie am 24. März bekannt. Der Regisseur werde für seine "herausragenden Verdienste um den Deutschen Film" ausgezeichnet. Die Nominierten für die regulären Filmpreise werden am 31. März verkündet.
"Wim Wenders ist als Filmemacher absolut einzigartig und seit über fünf Jahrzehnten eine Ikone des Weltkinos", erklärt Florian Gallenberger, Präsident der Deutschen Filmakademie und Vorsitzender der Ehrenpreis-Jury.
"Unerklärlicher Zauber und die fragile Schönheit des Lebens"
Wim Wenders habe "Millionen von Menschen auf die wunderbarste Art und Weise bereichert, die es gibt", heißt es in der Begründung weiter. Er zeige seinem Publikum immer wieder, "dass es die wahren Geheimnisse des Lebens erst jenseits der Fassade der profanen Realität zu entdecken gilt".
"Er hat uns mit seinen Filmen einen Blick auf die Welt, auf die Menschen und auf die Kunst geschenkt, der seinesgleichen nicht hat und der ohne jeglichen Kitsch doch Hoffnung gibt, weil es ihm immer wieder gelingt, den unerklärlichen Zauber und die fragile Schönheit des Lebens für einen Moment einzufangen und so für seine Zuschauer erlebbar zu machen", so Gallenberger weiter. Dies gelte nicht nur für Wenders Filme, sondern auch für seine Fotografien, Bücher und "irgendwie auch für ihn selbst als Mensch".
Wim Wenders: Von Düsseldorf nach Hollywood und Japan
Der 1945 in Düsseldorf geborene Filmemacher prägte neben Rainer Werner Fassbinder, Werner Herzog oder Edgar Reitz entscheidend die Bewegung des Neuen Deutschen Films in den 1960er- und 70er-Jahren.
1984 gewann Wim Wenders mit "Paris, Texas" die Goldene Palme in Cannes. 1988 wurde er mit dem Europäischen Filmpreis für "Der Himmel über Berlin" ausgezeichnet. Wenders drehte nicht nur in Deutschland Filme, sondern auch in den USA und in Japan.
2024 war er mit dem japanischen Film "Perfect Days" für den Oscar als bester internationaler Film nominiert. Mit "Buena Vista Social Club", "Pina" und "Das Salz der Erde" war Wenders zudem im Rennen um den Oscar für die beste Dokumentation. Erst kürzlich war Wim Wenders als Vorsitzender der Jury der Berlinale mit Äußerungen über das Verhältnis von Film und Politik im Kontext des Gaza-Kriegs in die Kritik geraten.
Die 76. Verleihung des Deutschen Filmpreises findet am 29. Mai in Berlin statt. Christian Friedel moderiert die Gala, die am selben Tag zeitversetzt um 22:20 im Ersten ausgestrahlt wird.