Filmkritiken
07.02.2013

STATHAM ALS ANTIHELD

Vergnügungspark. Drei Clowns und ein Priester, der aussieht wie Jason Statham. Man ahnt schon, er wird kein Priester bleiben. Luftballons steigen auf – als Signal für einen Überfall auf den Raum, in dem die Einnahmen aufbewahrt werden. Auf der Flucht geraten sich die Gauner in die Haare, „Parker“ Jason Statham wird totgeglaubt im Straßengraben liegen gelassen. Doch so ein Parker, der hat viele Leben.

Grandios fängt diese klassische Krimiverfilmung an, die einem Antihelden folgt, der zu seiner Zeit der 1960er- Jahre alles andere als klassisch war: Parker heißt der Mann, von Vielschreiber Donald A. Westlake unter dem Pseudonym Richard Stark in 24 Kriminalromanen verewigt. Ein Mann, der nur seinem eigenem Ehrenkodex folgt – und im Namen der eigenen Gesetze raubt, bedroht, tötet. Jean Luc Godard verfilmte Parker als Erster („Made in U.S.A.“, 1966), es folgte John Boormans „Point Blank“ (1973). Bei Regieveteran Taylor Hackman („Ein Offizier und ein Gentleman“) darf Parker nun erstmals Parker heißen und als solcher seinen Rachefeldzug führen. Action-Star Jason Statham spielt ihn mit einsilbiger Eleganz, Ironie, maskuliner Härte – und einer beherzten Jennifer Lopez zur Seite.