Angeschlagen, aber noch voller Kampfgeist
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07/29/2021

Der Körper als Kapital: Die 11 besten Sportfilme auf Netflix

Lust auf körperliche Ertüchtigung, ohne dabei ins Schwitzen zu geraten? Dann sind diese Filme das Richtige für dich.

von Manuel Simbürger

Der unbändige Wille zum Gewinnen, der Körper als Kapital sowie zerbrochene Träume: Beim Profisport liegen Schmerz und Glück, Erfolg und Niederlage, Loyalität und Habgier, Selbstaufgabe und Selbstfindung gefährlich nahe beieinander.

Das weiß auch Hollywood und setzt seit Bestehen der Traumfabrik auf Sportfilme. Diese Geschichten geben uns die Möglichkeit, hinter die Kulissen des Profisports zu blicken, aber nicht selten sind sie auch tiefgründige Charakterstudien: Was geht in Menschen vor, die ihrem Körper Unmenschliches abverlangen mögen und bereit sind, für den Sieg, die Erfüllung des Lebenstraumes, bis zum Äußersten zu gehen?

Kurz: Geht es um Sport, geht es auch um die menschliche Seele. Und diese ist immer eine dankbare Fundgrube, wenn es um faszinierende und spannende Geschichten geht.

Die 11 besten Sportfilme auf Netflix:

Southpaw (2015)

Halbschwergewichts-Weltmeister Billy Hope ist ganz oben angelangt, er befindet sich am Zenit seines Erfolgs. Dafür verantwortlich sind nicht nur hartes Training und eiserne Disziplin, sondern auch seine Ehefrau Maureen, die er über alles liebt.

Es könnte für Billy also nicht besser laufen – bis Maureen eines Tages unerwartet stirbt, was Billy vollkommen den Boden unter den trainierten Füßen wegzieht. Er ertränkt seinen Kummer in Alkohol und Drogen und entfremdet sich von seinem Umfeld. Erst als Box-Coach Tick Wills ihn unter seine Fittiche nimmt, ist Billy bereit, sich wieder in den Ring zu wagen und den größten Kampf seines Lebens auszufechten: jenen gegen sich selbst.

"Southpaw" schockiert mit knallharten Box-Szenen und einem bis an die Grenzen gehenden Jake Gyllenhaal, der sich wieder mal nichts schenkt und wie eine unkontrollierbare Naturgewalt wirkt. Auch Forrest Whitaker als Tick Wills überzeugt auf voller Linie. Die ausgewogene Balance aus Sportfilm und Charakterstudie ergibt eine düstere Atmosphäre, die einen in den Bann zieht und so schnell nicht mehr loslässt. 

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Die Kunst zu gewinnen – Moneyball (2011)

Baseball-Manager Billy Beane fordert das System und die gesamte Sportwelt heraus, als er sein bereits abgeschriebenes Team mit knappem Budget neu formieren muss. Seine wahrlich revolutionäre Strategie: Er wählt Spieler nur nach deren Spielstatistik aus. Weil sie wegen anderer Gründe von anderen Baseball-Teams abgelehnt wurden, kann Beane sie preisgünstig einkaufen. Trotz finanzieller Unterlegenheit konnte Beanes Team Achtungserfolge erzielen. Im Sport sind diese Ereignisse bis heute als "Moneyball Years" bekannt.

"Die Kunst zu gewinnen – Moneyball" (mit Brad Pitt und Jonah Hill in den Hauptrollen), der auf wahren Ereignissen basiert, ist einer jener raren Filme, in denen kein/e AthletIn, sondern ein Funktionär beziehungsweise Manager im Mittelpunkt steht. Die Taktik geht auf, der Film besticht durch blitzschnelle und kluge Dialoge und der über alles stehenden Frage, wie sehr Sport verwissenschaftlicht werden darf. Wenn die Underdogs zu den Helden werden, können wir zudem die eine oder andere Träne nicht unterdrücken.

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Battle of the Sexes – Gegen jede Regel (2017)

Der Film erzählt die wahre Geschichte rund um Tennisstar und Macho Bobby Riggs und seine Kollegin Billie Jean King, erklärte und lautstarke Feministin. Die beiden könnten also unterschiedlicher nicht sein – und fordern sich 1973 zu einem Live-Tennismatch heraus, das 90 Millionen ZuseherInnen verfolgen sollten, womit das "Duell der Geschlechter" bis heute das meistgesehene Sport-Event der Fernsehgeschichte ist. "Battle of the Sexes – Gegen jede Regel" zeigt aber auch, mit welchen Hürden die beiden Selbstvermarktungs-Profis im Privatleben zu kämpfen hatten: mit verwirrender Sexualität und gefährlicher Spielsucht zum Beispiel.

Höchst unterhaltsames Plädoyer für Gleichberechtigung am und jenseits des Tennisplatzes mit Steve Carrell und Emma Stone als zwei großartig aufgelegte und ebenso aufspielende HauptdarstellerInnen. Augenzwinkernd, aber trotzdem mit dem nötigen Ernst.

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Draft Day – Tag der Entscheidung (2014)

Für den Manager Sonny Weaver geht es am Draft Day, dem Tag, an dem die Football-Mannschaften ihre Spieler auswählen, um alles. Denn von seinen Entscheidungen hängt es ab, ob Cleveland eine feste Größe in der US-amerikanischen NFL bleiben wird. Der Druck von außen wird immer größer, sowohl in seinem beruflichen, als auch privaten Umfeld. Das große Unglück scheint unvermeidlich ...

Der Film wirft einen sehr authentischen Blick hinter die Football-Kulissen und zeigt auf, mit welch gigantischem, aber auch nervenaufreibendem Parallel-Universum man es hier zu tun hat. Das Herz von "Draft Day – Tag der Entscheidung" ist natürlich Hauptdarsteller Kevin Costner, der gewohnt superb abliefert und uns in jeder Szene glaubhaft vermittelt, dass das Leben eines Sport-Managers nicht zu beneiden ist.

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I, Tonya (2018)

Tonya Harding wächst in einem Umfeld auf, das man gemeinhin als "White Trash" bezeichnet. Ihre alleinerziehende Mutter schlägt sich mehr schlecht als recht durchs Leben und fördert verbissen und alles andere als uneigennützig das Eiskunstlauf-Talent ihrer Tochter. Bald kann Tonya erste Erfolge verbuchen, ihr aggressives Auftreten und ihre selbstgenähten Kostüme machen sie aber zur Außenseiterin. Als Tonya bei den Olympischen Spielen 1994 antritt, setzt ihr brutaler Ehemann Jeff Gillooly alles daran, dass sie gewinnt – und es kommt zu einem Sport-Skandal, der bis heute als "Eisenstangen-Skandal" bekannt ist ...

Absurd, schwarzhumorig und bissig rollt "I, Tonya" im Stil einer Mockumentary die Geschichte rund um die Eiskunstlauf-Konkurrentinnen Tonya Harding und Nancy Kerrigan neu auf und zeigt dabei nicht nur Zähne, sondern auch Mut zum Absonderlichen. Margot Robbie als Harding wurde zu Recht für den Oscar nominiert.

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Blind Side – Die große Chance (2009)

"Blind Side – Die große Chance" beruht auf der wahren Biographie des Football-Spielers Michael "Big Mike" Oher. Dieser verbrachte einen großen Teil seiner Jugend auf der Straße und in Kinderheimen. Als ihn die wohlhabende Innenarchitektin Leigh Anne Tuohy bei sich aufnimmt, stabilisieren sich nicht nur Ohers Lebensverhältnisse, sondern auch seine emotionale Gefühlswelt. Seine neue Adoptiv-Mutter fördert mit allen Kräften seine Football-Begabung – und tatsächlich sollte es Oher bis in die NFL schaffen. Michael und Leigh Anne beeinflussen das Leben des anderen nachhaltig und erkennen, wie wichtig es im Leben ist, Chancen beim Schopf zu packen, wenn sie sich vor einem auftun.

Das leise Drama geht ans Herz und gibt einem den Glauben an die Menschlichkeit zurück, ohne allzu sehr in kitschige Tiefen abzurutschen. Sandra Bullock wurde für ihre überzeugende und grandiose Leistung als Leigh Anne Tuhoy mit dem Oscar für die Beste Hauptdarstellerin geehrt.

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Dangal - Die Hoffnung auf den großen Sieg (2016)

Mahavir ist leidenschaftlicher Ringer und auf dem Weg nach ganz oben. Weil sein Vater ihn zwingt, den Kampfsport aufzugeben, hegt Mahavir den großen Wunsch, eines Tages seinen Sohn zu sehen, wie dieser in seine Fußstapfen tritt. Doch Mahavir bekommt vier Töchter. Zuerst enttäuscht, keimt trotzdem Hoffnung in Mahavir auf, als zwei seiner Töchter sich für den Ringer-Sport zu interessieren beginnen. Er beschließt, sie zu trainieren – und stößt auf so manche gesellschaftliche Hürden. 

Im preisgekrönten indischen Drama spielt Sport eigentlich nur eine Nebenrolle, vielmehr greift "Dangal – Die Hoffnung auf den großen Sieg" gesellschaftskritische Themen wie die Rolle der Frau in der indischen Gesellschaft, Vorurteile und den Mut, seinem ganz eigenen Weg zu folgen, auf. Mitreißend, berührend, nachdenkend.

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Space Jam (1996)

Basketball-Legende Michael Jordan spielt sich in diesem kunterbunten und überdrehten Mix aus Animations-, Fantasy- und Sportfilm selbst und bekommt es sowohl mit abgrundtief bösen Aliens als auch mit den Looney Tunes rund um Bugs Bunny und Duffy Duck höchstpersönlich zu tun. Das Schicksal der weltberühmten Cartoon-Figuren kann nur durch ein Basketball-Match entschieden werden. Also bereiten sich Jordan, Bugs und ihre FreundInnen auf das Spiel ihres Lebens vor ...

Der familienfreundliche Spaß war ein Riesenhit in den Neunzigern und macht vor allem eines: gute Laune, die auch lange nach dem Abspann anhält. Die gut getricksten Special Effects, die Selbstironie von Jordan (und anderen NBA-Spielern) und ein richtig fetzender Soundtrack verwandeln "Space Jam" zu einem zeitlosen Filmvergnügen für Jung und Alt.

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Touchdown – Sein Ziel ist der Sieg (1993)

Die Zukunft für Rudy scheint klar: Er soll, wie sein Vater, auch in einem Stahlwerk arbeiten, sogar im selben. Doch Rudy hat einen ganz anderen Traum: Er möchte Football-Spieler und ins renommierte Team der Notre-Dame-Universität aufgenommen werden. Das schafft er sogar – doch der Weg dorthin ist steinig, holprig und mühsam.

Ein betont ruhig erzähltes Drama, das sich ganz und gar auf das Seelenleben seines Protagonisten fokussiert und sich der Frage widmet, wie sehr man seine Wurzeln tatsächlich hinter sich lassen kann. Der soziale Aufstieg von Rudy wird glaubhaft nachgezeichnet und berührt – auch deshalb, weil der Film keine Angst vor großen Gefühlen zeigt.

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100 Meters (2016)

Auch "100 Meters" basiert auf wahren Ereignissen, was das Drama noch emotionaler werden lässt: Familienvater Ramón muss sich mit der lebensverändernden Diagnose "Multiple Sklerose" auseinandersetzen. Er gibt trotzdem nicht auf, im Gegenteil: Gemeinsam mit seinem mürrischen Schwiegervater beschließt er, am Ironman-Triathlon teilzunehmen.

Behinderung ist ein Thema, das in Sportfilmen allzu oft außen vor gelassen wird, zu erschreckend scheint das Bild eines nicht-normhaften Körpers zu sein. Umso wichtiger ist dieser spanische Film des Regisseurs Marcel Barrena, der einen bemerkenswerten und mutigen Mann zeigt, der nicht zulässt, dass sein Körper zum Gefängnis wird – und der beweist, dass der Glaube an sich selbst Wunder bewirken kann. "100 Meters" ist höchst emotional, aber niemals künstlich pathetisch – und sogar manchmal zart humorvoll.

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Weiße Jungs bringen's nicht (1992)

Was sich dank misslungenem deutschen Titel (im Original: "White Men Can't Jump") anhört wie ein missratenes B-Movie, ist in Wirklichkeit eine brillant besetzte Komödie aus den 90er-Jahren, die die Lachmuskel trainiert und das Herz am rechten Fleck hat.

Der Weiße Billy (Woody Harrelson) überrascht alle mit seinem großen Basketball-Talent, denn: Weiße sind am Basketball-Feld ja eigentlich totale Nullen! Das findet im Grunde auch der talentierte und mit einem großen Ego ausgestattete Schwarze Spieler Spieler Sidney (Wesley Snipes), der sich trotzdem prompt mit Billy anfreundet. Gemeinsam sind sie die neuen Basketball-Stars im Viertel – doch ist Sidney wirklich zu vertrauen?

"Weiße Jungs bringen's nicht" ist eine amüsante und doch tiefgreifend-pointierte Milieustudie, die sich dem Thema Rassismus leichtfüßig annimmt und so bestens zu unterhalten weiß. Aber auch die Szenen am Basketball-Feld sind überragend inszeniert und sorgen für Schweißausbrüche – sogar am anderen Ende des Bildschirms. Das Sahnehäubchen sind die cool-lässigen Sprüche zwischen Snipes und Harrelson, die schneller hin- und her- geworfen werden als ein Basketball in einem NBA-Match.

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