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07/19/2021

Die 7 besten Vampir-Serien auf Amazon Prime

Der Vampir als personifiziertes Sittenbild unserer versteckten Sehnsüchte ist so zeitlos wie die Unsterblichkeit selbst.

von Manuel Simbürger

Der Vampir ist seit jeher der beliebteste Vertreter des Horror-Genres. Während Werwölfe, Geister und Kobolde dramaturgisch doch recht schnell an ihre Grenzen stoßen, scheinen die erzählerischen Möglichkeiten des Vampirs unendlich, weil sich die metaphorische und gesellschaftskritische Strahlkraft des Blutsaugers als unsterblich und zeitlos (pun intended!) erwiesen hat:

In der Popkultur ist er ein ironisch rezipiertes Objekt der Begierde geworden, er verkörpert das Es, unsere geheimen Sehnsüchte, Wünsche, Begierden. Gleichzeitig ist er Synonym für das Starke, Übernatürliche, Schöne, Erotische – also all jene Aspekte, von denen sich die Menschheit seit Urzeiten angezogen fühlt. Apropos Sex: Bei Penetrationen von spitzen Zähnen und Pflöcken, dem Austausch von Körperflüssigkeiten (Blut) und dem sadomasochistischen Akt des Verwandelns ist es beinahe unmöglich, nicht an Sex zu denken.

Der Vampir funktioniert aber auch deshalb als universelle Horror-Trope so wunderbar, weil er wie kein anderer Grusel-Mythos der modernen Gesellschaft einen Spiegel vorhält: Er steht in all seinen Variationen stets für das Fremde, das Andere, das dem (angeblich) gesunden Normalen das Leben aussaugt. Kurz: Unter dem Vampir-Deckmantel wird es möglich, auch in der Popkultur stark kontroverse Themen abzuhandeln. Ebenso die Frage nach dem Jenseits und das Thema der Auferstehung, die beide tief im Christentum verankert sind, sind im Vampir-Genre zu finden.

Unsere Liste der 7 besten Vampir-Serien auf Amazon Prime:

Vampire Diaries (2009-2017)

Romantisch-düster und wunderbar selbstbewusst pathetisch kommt die Teen-Vampir-Serie "Vampire Diaries" daher: Die BlutsaugerInnen sind tragische und höchst gutaussehende HeldInnen, ständig hin- und her gerissen zwischen der dunklen und guten Seite ihrer (in diesem Fall vorhandenen) Seele und wie wir Menschen mit jeder Faser des toten Körpers nach der einen großen Liebe lechzend  – und dabei nicht vor kitschigen Ansprachen zurückschreckend. Wenn Vampire vor Schmerz ihren "Gefühls-Schalter" einfach umlegen, um nicht mehr leiden zu müssen, dann sind sie in diesem Augenblick jene Art von Wesen, die wir alle mindestens einmal im Leben schon mal gern gewesen wären.

Faszinierend ist das akribische und dicht verwobene Vampir-Universum innerhalb der Serie, das mitunter mit überraschend drastischen Gewaltdarstellungen und unvorhersehbaren Twists überzeugt. 

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The Originals (2013-2018)

Im hochgelobten Spin-Off von "Vampire Diaries" steht die mehrere tausend Jahre alte Ur-Vampir-Familie rund um Klaus Mikaelson im Fokus. Die Geschwister kehren in ihre Heimatstadt New Orleans zurück, die aber mittlerweile von mächtigen Hexen beherrscht wird. Die Vampire setzen alles daran, die Stadt wieder unter ihre Kontrolle zu bringen, müssen sich aber auch, ganz im Stil der Mutter-Serie, mit allerhand innerfamiliären Intrigen, Herzschmerz und Selbstfindungs-Psychologie herumschlagen ...

Im Gegensatz zu "Vampire Diaries" umgibt "The Originals" eine stärker mystische und auch esoterische Aura, was natürlich dem Schauplatz von New Orleans geschuldet ist. Dank der moralisch ambivalenten ProtagonistInnen darf man sich auf ein etwas komplexeres und erwachseneres Storytelling einstellen, die Romantik bleibt aber auch hier das aus Verzweiflung so wild pochende Herz, dass es zu zerbersten droht.

"The Originals" kannst du auf Amazon Prime kaufen. 

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True Blood (2008-2014)

Die Anti-These zu "Twilight": Die HBO-Serie präsentierte uns von der ersten Minute an eine Welt, die so verrückt war, so blutrüstig, so erotisch, so verdorben, so düster, dass man sich genau deshalb ihrer Anziehungskraft nicht entziehen konnte. Die Vampire in "True Blood" lieben Gewalt und Sex. Dank Feen, GestaltenwandlerInnen, Werwölfen und Hexen geht's im Südstaaten-Dörfchen Bon Temps so verrückt zu wie sonst nirgends in der TV-Landschaft. Der Südstaaten-Flair wird in der Serie perfekt eingefangen und mit dem Übernatürlichen verwoben. 

Die größte Stärke: von "True Blood": Das Spiel mit den gesellschaftskritischen Metaphern, das Widersetzen sämtlicher Gesellschaftstrukturen und Normen, das Zelebrieren des Anders-Seins. In der Serie "outen" sich die Vampire und schämen sich nicht für ihre Lebensweise. Dem Rest der Menschheit gefällt das natürlich nicht immer, sie reagiert mit Plakat-Sprüchen wie "God hates Fangs". Die Parallelen zu LGBTIQ-Bewegungen, aber auch anderen gesellschaftlichen Randgruppen werden leidenschaftlich unterstrichen. Der Vampir als das angstauslösende Fremde.

"True Blood" gibt es auf Amazon Prime zu kaufen. 

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Moonlight (2007)

Besser gut geklaut als schlecht erfunden: "Moonlight" kupfert zwar schamlos von den Kult-Serien "Buffy – Im Bann der Dämonen" und "Angel, Jäger der Finsternis" ab, wen das aber nicht stört, der wird bei dieser Vampir-Serie bestens unterhalten werden.

Es geht um den tragischen Vampir Mick St. John, der in Los Angeles als Privatdetektiv arbeitet und die Geheimnisse anderer Leute aufdeckt. Er aber hat selbst so einige Leichen im Keller versteckt: Vor mehr als 50 Jahren wurde er von seiner damaligen Ehefrau in einen Vampir verwandelt, die er tötete, als diese für ihn ein Kind zu einem Geschöpf der Nacht machen wollte. Seitdem büßt er für seine Schandtaten – und verliebt sich in eine Sterbliche ...

Mit dem späteren "Hawaii-Five-0"-Hottie Alex O'Loughlin. Leider bereits nach einer Staffel abgesetzt.

"Moonlight" gibt es auf Amazon Prime zu kaufen. 

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Being Human (2011-2014)

In der Regel verstehen sich Vampire und Werwölfe nicht sonderlich gut miteinander, man kämpft schließlich um die Vorherrschaft im Horror-Genre. "Being Human" pfeift auf diese Konventionen und geht sogar einen Schritt weiter: Aidan ist ein Vampir, Josh ein Werwolf – und sie sind beste Freunde.

Dass sie in Wirklichkeit Kinder der Nacht sind, verschweigen sie aber dem Rest der Gesellschaft. Um sich besser in eben diese eingliedern zu können, ziehen sie gemeinsam in eine Wohnung, die jedoch bereits von einem Geist namens Sally besetzt ist, macht aber nix: Die drei gründen die wohl außergewöhnlichste WG der Welt und unterstützen sich gegenseitig, ein normales Leben zu führen. Nicht immer ganz einfach ...

Das US-Remake einer britischen Serie ist ein schnell süchtig machender Lobgesang auf Freundschaft und spielt mit einem ganz speziellen finsteren Gefühl des magischen Realismus.

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Dracula (2013)

Der berühmteste Vertreter der BlutsaugerInnen-Community? Natürlich Graf Dracula, Star-Vampir und Fürst aus Transsilvanien. In dieser Serie mit Jonathan Rhys Meyers in der titelgebenden Hauptrolle (und die natürlich, wenn auch nur lose, auf Bram Stokers gleichnamigem Weltroman basiert) reist Dracula im Jahr 1890 von seiner fernen Heimat nach London. Dort gibt er sich als amerikanischer Unternehmer aus, der den Geist moderner Wissenschaft in die Viktorianische Gesellschaft bringen will. Seine wahren Pläne sind aber freilich ganz andere: Rache! Bis die Liebe dazwischenkommt ...

Rhys Meyers verleiht dem Dunklen Fürst eine sexy-verführerische und höchst theatralische Aura, erinnert in seiner Darstellung aber eher an den Graf von Monte Cristo als an den legendären Vampir. Die moderne Neu-Interpretation ist eigenwillig, aber höchst interessant und entwirft ein neues Charakter-Gemälde der bereits mehrfach verheizten Figur. Exzentrischer Mix aus Soap, Historiendrama und Mystery-Erotik.

"Dracula" kannst du auf Amazon Prime kaufen. 

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The Strain (2014-2017)

Der Epidemiologe Dr. Ephraim Goodweather untersucht mit seinem Team den plötzlichen Ausbruch eines mysteriösen Virus. Schnell wird klar: Alle Menschen, die sich infiziert haben, verwandeln sich in blutrünstige Vampire. Ein Krieg beginnt, bei dem es um nichts weniger als das Schicksal der Menschheit geht ...

"The Strain" kehrt zu seinen grauenvollen Ursprüngen der Vampir-Figur zurück: Die Serie ist ein brachiales Schlacht-Epos sowie Horror-Orgie mit magenumdrehenden Gewaltszenen und einer bedrückenden Wucht, die vom verängstigten Publikum sofort Besitz ergreift. Die drastischen Bilder sind jedoch in einen politischen und philosophischen Kontext eingebettet, sodass die Gewalt nie zur Parodie ihrer selbst verkommt, sondern zur gesellschaftskritischen und psychoanalytischen Metapher wird.

"The Strain" gibt es auf Amazon Prime zu kaufen.

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