Filmkritiken
02.10.2013

TECHNIK-TÜFTLER GEGEN PLAYBOY IN DER FORMEL 1

Der britische Playboy und der Mann, den sie Ratte nannten, hätten unterschiedlicher nicht sein können: James Hunt, Englands Formel-1-Weltmeister von 1976 und Niki Lauda, sein großer Herausforderer, standen Pate für Ron Howards höchst unterhaltsames und effektvoll erzähltes Rennfahrer-Duell. Daniel Brühl, im deutschen Kino meist der nette Bursche von nebenan, schlüpfte mit sichtlicher Begeisterung in die vorwiegend unsympathische Rolle von Hasenzahn Niki Lauda und beschimpft jeden genussreich als Arschloch und Trottel. Besonders in der englischen Originalfassung klingt Brühl seinem Original so verblüffend ähnlich, als wäre Lauda sein heimlicher Bauchredner. Was James Hunt – der blonde „Thor“ Chris Hemsworth – an Sexappeal versprüht, macht Technik-Tüftler Lauda mit stoischem Selbstbewusstsein wett. Wo dem einen die Girls zuströmen, übernimmt der andere pragmatisch die Ex-Freundin (Alexandra Maria Lara) von Curd Jürgens.

Drehbuchautor Peter Morgan spitzt die Gegensätze der Männer zu einem in psychologischer Spannung gehaltenen Kampf zwischen Leben und Tod zu und lässt sie in Laudas Unfall gipfeln. Ron Howards rasant inszenierte Rennszenen haben einen impressionistischen, stimmungsvollen Vintage-Look und machen „Rush“ zu einem Glanzstück des großen Kinos.