The Shamrock Handicap

 USA 1926
70 min.
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Die O'Haras, bereits verarmt durch hohe Steuern, verkaufen nun noch ihr letztes Eigentum, um Irland den Rücken zu kehren und nach Amerika auswandern zu können

Die O'Haras, bereits verarmt durch hohe Steuern, verkaufen nun noch ihr letztes Eigentum, um Irland den Rücken zu kehren und nach Amerika auswandern zu können, wo sie ein besseres Schicksal erwartet: irische Komödie mit klassenkämpferischen Untertönen. IrlandUSA hin und zurück. The Shamrock Handicap ist eine heroisch-romantische Geschichte aus der Welt des Pferdesports. Ein junger Stallbursche, der mit den Pferden eines geldlosen irischen Landbesitzers, in dessen Tochter er verliebt ist, in die Vereinigten Staaten gelangt, gewinnt als Jokkey ein großes Rennen, obgleich er durch einen vorhergehenden Unfall gehandicapt ist. Wie es seine Art ist, kann Ford sich nicht dazu hergeben, ein solches Thema mit großartigem Ernst zu behandeln. Der Regisseur lebt seine Neigung zum Burlesken an den Nebendarstellern aus. Aber über die klassisch komischen Szenen hinaus, welche die Handlung leicht machen, spielt Ford amüsiert mit den Beschränkungen des Stummfilms, indem er die Zwischentitel humoristisch gestaltet. Bei dem Rennen am Schluß, an dem der gehandicapte Held teilnimmt, wird er von einem seiner Freunde, einem jüdischen Jockey, an der Seitenlinie kräftig angefeuert: Dessen Schreie erscheinen in hebräischen Schriftzeichen auf dem Zwischentitel! An einer Stelle gibt es einen erstaunlichen Bruch des Tons, und Ford beschwört eine traumhafte, dem Phantastischen nahe Atmosphäre herauf. Ein Schwarzer gehört zu einer Delegation, die den verwundeten Helden im Krankenhaus aufsucht, um ihm Trost zuzusprechen: Er irrt sich in der Türe und stößt auf die bedrohlich maskierten Gesichter von Chirurgen. Erschreckt ergreift er die Flucht, aber wie im Traum kommt er nur in Zeitlupe voran. Ford zeichnet sich dadurch aus, daß er, über die klassischen Verwicklungen hinaus, neben dem Romanhaften die komischen Zwischenspiele des Lebens privilegiert. Das ist ein schelmenhafter Cineast. (Vincent Ostria)

(Text: Viennale 2004)

Details

Leslie Fenton (Neil Ross), J. Farrell MacDonald (Con OShea), Janet Gaynor (Sheila OHara), Louis Payne (Sir Michael OHara), Claire McDowell (Molly OShea)
John Ford
George Schneiderman
John Stone, nach einer Erzählung von Peter B. Kyne

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