Filmkritiken
13.03.2014

TIROLER GEBIRGSDRAMA ZWISCHEN ALLEN FRONTEN

Bereits mit seinem amerikanischen Debütfilm "South of Pico" zeigte der Tiroler Regisseur Ernst Gossner seine Vorliebe für melodramatische Zuspitzung. In seinem Erste-Weltkriegs-Drama über einen Tiroler Burschen namens Anderl Gruber (William Moseley) hingegen schrammt er schwer an der Kolportage vorbei. Im Sommer 1915 heiratet Anderls Schwester einen verhassten Italiener, der allerdings eine schöne Schwester hat. Das Hochzeitsfoto entsteht just in dem Augenblick, in dem Italien den Österreichern den Krieg erklärt. In den verbleibenden fünf Minuten schafft es die frisch verheiratete Schwester, schwanger zu werden, und Anderl, sich in die schöne Schwägerin zu verlieben (inklusive Liebesrausch im Keller).

Claudia Cardinale hat einen Kurzauftritt. Und danach müssen alle in den Krieg einrücken. Gossner spitzt die Konflikte vorhersehbar zu und findet keinen Erzählrhythmus. Stattdessen schwankt er zwischen Scharmützel im Gebirge und verleumderischem Liebesverrat zu Hause. Dort treibt Fritz Karl als schmieriger Lehrer sein Unwesen. Und nimmt dabei ein grausiges Ende.

"Der stille Berg" ist eine mitreißende Liebesgeschichte zwischen dem fünfzehnjährigen Südtiroler Andreas Gruber und der siebzehnjährigen Italienerin Francesca Calzolari in den Wirren des Gebirgskrieges in den Jahren 1915-1916.