Filmkritiken
19.02.2014

TV-KULT ALS KINOHIT

Innerhalb einer Woche hatten leidenschaftlichen Fans für diesen Film eine Million Euro (!) gespendet: Crowdfunding heißt die Form dieser Finanzierung, wenn staatliche Förderstellen kein (oder nicht genug) Geld für einen Film hergeben wollen. Die Fans, man darf es prophezeien, werden nicht enttäuscht sein. "Stromberg" ist die beste deutsche Komödie der letzten Zeit: der Kinofilm um diesen herrlich schrecklichen Abteilungschef als fulminanter Schluss der gleichnamigen Comedy-Serie. Die fiktive Versicherungsgesellschaft Capitol macht diesmal eine Firmenfeier, und Stromberg geht nicht hin. Stattdessen schickt er ein Video. Natürlich fährt er dann doch hin, um ganz nach dem Motto "Lass das mal den Papa machen, der Papa macht das gut" Gruppensexpartys und Rationalisierungspläne der Chefetage zu enttarnen. Witzig, clever, politisch inkorrekt: "Wenn man einen Mann feuert, erzeugt man einen Arbeitslosen. Wenn man eine Frau feuert, erzeugt man eine Hausfrau." Und ja, was die Arbeitsmarkt-Komödie betrifft, geht es hier beklemmend zeitgemäß zu.

Stromberg macht sich mit seinen Mitarbeitern aus der Schadensregulierung auf den Weg in ein Landhotel, in das die CAPITOL Versicherung die gesamte Belegschaft zur 50-Jahre-Jubiläumsfeier geladen hat.