Un Couple Épatant (La Trilogie I)

Frankreich, Belgien, 2002

Ein turbulentes Verwirrspiel, in dem Indizien laufend zu falschen Schlüssen führen.

Min.100

Alain, Chef eines kleinen Betriebes, zögert am Abend seines Geburtstags seine Heimkehr hinaus. Er muss operiert werden und ist sich aufs Schlimmste gefasst. Nach einer kleinen Ablenkungstour kommt er nach Hause, wo ihn seine Frau mit all seinen Freunden erwartet. Um seine Sorgen zu verbergen, täuscht er einen leichten Autounfall vor und beschädigt seinen Wagen mit einem Hammer.

Un Couple épatant ist ein turbulentes Verwirrspiel, in dem Indizien laufend zu falschen Schlüssen führen - eine Dynamik, die ein Ehepaar beinahe auseinander treibt. Jeder verdächtigt hier jeden, was dann in an Lubitsch-Komödien erinnernden Wendungen unter anderem dazu führt, dass der hypochondrische Ehemann sein Testament am Diktiergerät ständig ändern muss. Der Polizist, der diesen beschattet, befindet sich in Wahrheit in einem ärgeren Dilemma was wir allerdings erst in Aprés la vie, dem dritten Teil, erfahren: Er muss das Gesetz brechen, um seiner morphiumsüchtigen Frau den nächsten Schuss zu sichern.

Überraschend an Belvaux Triptychon ist, dass es nur selten konstruiert wirkt: Jeder Film funktioniert für sich, als Genrearbeit wie als Milieubeschreibung. Jeder hat sein eigenes Tempo und lässt sich im Lichte der anderen neu erfahren, mit unterschiedlicher Gewichtung Belvaux demonstriert derart nicht zuletzt die Fragilität von Wahrnehmungsweisen. (Dominik Kamalzadeh)

  • Regie:Lucas Belvaux

  • Kamera:Pierre Milon

  • Autor:Lucas Belvaux

  • Musik:Riccardo Del Fra

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