Una semana solos (A Week Alone)

Argentinien, 2008

Min.110

Una semana solos erzählt vom Alltag einer Gruppe von argentinischen Kindern im Alter zwischen sieben und vierzehn Jahren. Alle stammen aus der Oberschicht und leben in so genannten «geschlossenen Nachbarschaften», isoliert von anderen Jugendlichen. Diese Teenager und Kinder sind sich selbst überlassen, können über ihre Zeit weitgehend selbst bestimmen und wohnen in einer Art abgeschotteter «All-inclusive-Wohnburg»: Häuser mit Gärten, eine Schule, eine Partyhalle und ein Swimming Pool bilden die Treffpunkte, während die Tage von Muße und Langeweile bestimmt sind. Ganz ohne Eltern schaffen sich die Kinder dabei ihr eigenes Regime innerhalb dieses noblen Gefängnisses, aus dem auch niemand auszubrechen versucht. Als eines Tages ein Fremder - der Bruder eines Dienstmädchens - in ihre Konformität eindringt, löst sich der Konflikt in einem Wechselspiel von Zärtlichkeit und Grausamkeit auf. Die große Stärke von Una semana solos liegt in Celina Murgas Gabe, jede Geste, selbst jeden Blick ihrer Protagonisten präzise festzuhalten, und das mit einer Subtilität, die für den soziologische Ansatz des Films unabdingbar ist. Das Resultat ist eine Komposition aus unzähligen und bislang ungehörten Stimmen. Es ist eine Geschichte, die diese spezielle Gesellschaftsschicht analysiert, und darüber, wie diese ihre nachkommende Generation erzieht. Zu diesem Zweck porträtiert der Film die Klasse der Reichen ausschließlich aus der Sicht ihrer Kinder. Auf diese Art und Weise möchte ich von einer sozialen Problematik meines Landes erzählen, und zwar von der enormen Polarisierung - allerdings aus einer Sichtweise, die bislang kaum erforscht wurde. (Celina Murga) (Celina Murga)

(Text: Viennale 2008)

  • Regie:Celina Murga

  • Kamera:Marcelo Lavintman

  • Autor:Celina Murga, Juan Villegas

  • Musik:Inés Gamarci, Martín Salas

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