Uzak

 Türkei 2002
110 min.
film.at poster

Der Film porträtiert in lakonischer Art die Zwangswohngemeinschaft zweier Männer in Istanbul.

Uzak von Nuri Bilge Ceylan porträtiert in lakonischer, manchmal an Jim Jarmusch und Aki Kaurismäki erinnernder Form die Zwangswohngemeinschaft zweier Männer in Istanbul: Der eine ging seines Jobs im Hinterland verlustig. Also nimmt er bei seinem einstigen Dorfnachbarn, der jetzt als Fotograf in der Großstadt durchaus gut leben kann, Quartier. Selten wurde die Türkei, zumindest aus «westlicher» Perspektive, weniger exotisch gezeigt. Mit zum Teil trockenem Humor und oft auch ziemlicher Distanz zu religiösen und sozialen Traditionen zeigt Nuri Bilge Ceylan Dialoge über Leben, Arbeit und (oft käufliche) Liebe in Zeiten der Rezession. Und er zeigt auf quasi zeitlose Weise, wie einander wohl nur Männer nerven können. Einmal missbraucht der Fotograf ein nicht enden wollendes Tarkowskij-Video (Stalker), um seinen Kumpan aus dem Wohnzimmer zu treiben: Eigentlich will er sich nämlich, und zwar allein, ein Pornovideo ansehen. Immer wieder wird eine Mausefalle zum Anlass für kleine Spitzfindigkeiten. Am Ende bleibt jeder für sich allein. Die Krise geht weiter. Nicht einmal im engsten privaten Kreis ist so etwas wie Solidarität, eine dauerhafte Basis herzustellen. (Claus Philipp)

Uzak lässt sich ein auf die kreisende Bewegung seines Helden. Wir folgen einem Mann auf seinen Wegen durchs winterliche Istanbul, vorbei an Hafenanlagen, verrotteten Schiffen, an den großen Panoramablicken der Stadt. Es geht um einen jungen Mann, der aus der Provinz zu seinem neureichen Cousin zieht. Um große Träume von Reichtum und Ferne, die bald in kleinen Streitereien und Geldsorgen enden. Uzak erzählt von einem, der keinen Platz findet, weil diese überfüllte, harte Stadt mit all ihren Arbeitslosen auf nichts weniger gewartet hat als auf einen sehnsüchtigen Hinterwäldler. Nuri Bilge Ceylan findet Bilder, deren weite Perspektiven Platz lassen für die Einsamkeit zweier Männer, die in einer Wohnung und doch in zwei Parallelwelten leben. (Katja Nicodemus)

Details

Muzaffer Özdemir (Mahmut),Mehmet Emin Toprak (Yusuf), Zuhal Gencer Erkaya (Nazan), Nazan Kirilmis (Liebhaber), Feridun Koç (Janitor), Fatma Ceylan (Mutter), Ebru Ceylan (Mädchen)
NURI BILGE CEYLAN
Nuri Bilge Ceylan
Nuri Bilge Ceylan

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