Vienna Shorts 2017 - Internationaler Wettbewerb

Film

Give Me Your Liver | Screensessions
60 min

Vom klaustrophobischen Hotelzimmer über die große See bis in eine beunruhigend bekannte und doch unbekannte Weltstadt: Der internationale Musikvideowettbewerb wartet auch heuer wieder mit einer Reise durch Innen- und Außenwelten auf und stellt sich einmal mehr die Frage, wo dieses Vor- und Zurückbewegen wohl hinführen mag. Das Private wird zum Öffentlichen und umgekehrt, wenn die ProtagonistInnen der zehn Arbeiten sich auf Entdeckungsreisen begeben, heimkehren oder mit ihrer Identität beschäftigen. Ein audiovisueller Genre-Mix zwischen dem Ich und der Welt. (ce)

Daydreaming – Radiohead
GB | 2016 | 06 min 26 sec | Österreich-Premiere | Regie Paul Thomas Anderson

Thom Yorke und Paul Thomas Anderson begeben sich auf eine physische und mentale Reise, um den Klängen der melancholischen Ballade von Radiohead ein visuelles Ebenbild zu verschaffen. Sie lassen keine Türen geschlossen und machen auch vor den ungemütlichsten Plätzen der Erde nicht halt, um jene Welt zu (re-)konstruieren, die sich in dem niederschmetternden Stück Musik vor einer bzw. einem auftut. (ce)

Territory – The Blaze
FR | 2017 | 05 min 37 sec | Österreich-Premiere | Regie Guillaume Alric, Jonathan Alric

Die tränenreiche Heimkehr eines jungen Mannes zu seiner Familie und seinen Freunden in Algier. Die anfängliche Frage, warum er seine Heimat verlassen musste und was ihm widerfahren sein könnte, wird schnell zweitrangig. Große Emotionen in einfachen, aber durchkomponierten Alltagsaufnahmen, die mit euphorischen Tanz- und Spielszenen verschmelzen und uns Einblick in den Versuch des Protagonisten geben, wieder Eingang in seine frühere Umgebung zu finden. (ce)

Live With Me – Massive Attack
IR | 2016 | 05 min | Österreich-Premiere | Regie Amirhossein Kotobzadeh

Um mit Trauer und Verlust fertig zu werden, weicht der Mensch auch manchmal auf unbelebte Objekte aus und versucht, diesen kurzerhand Leben einzuhauchen. Mithilfe ihrer künstlerischen Fähigkeiten schafft sich die Protagonistin so ein Abbild ihrer großen Liebe, um doch noch einige Momente mit ihm verbringen zu können. In kürzester Zeit durchlebt sie die verschiedensten Szenarien mit ihrem „Liebhaber“ und findet letztlich doch nur einen Ausweg … (ce)

The Dockworker's Dream – Lambchop
PT, US | 2016 | 18 min | Österreich-Premiere | Regie Bill Morrison

Mithilfe von historischen Aufnahmen und Bildern rekonstruiert Bill Morrison ein meditatives Mäandern durch die Handelsund Handwerksgeschichte Portugals. Bilder von Arbeit und Transportwegen schließen sich, aus ihrem ursprünglichen Kontext genommen und mit der treibenden Musik kommunizierend, zu einem hypnotisierenden Ganzen zusammen. Eine zeitlose Reise, die einem am Ende das Gefühl gibt, womöglich ein ganzes Leben begleitet zu haben. (ce)

All Wet – Mr. Oizo
FR, US | 2016 | 04 min 20 sec | Österreich-Premiere | Regie Quentin Dupieux

Quentin Dupieux alias Mr. Oizo macht sich mit seinem neusten Werk daran, Grenzen zu sprengen. Dabei bedient er sich auch wieder seines Alter Egos Flat Eric, der zwar aus Plüsch gemacht sein mag, uns jedoch knallhart sein Produkt verkauft: Ein ganzes Album in nur einem Musikvideo und in knackigen vier Minuten! Das dürfte auch Flying Lotus beeindruckt und gleich zu einer Gastrolle als Skrillex-Impersonator bewegt haben. (ce)

Father – Rysy
PL | 2016 | Kein Dialog/Liedtext | 04 min 48 sec | Österreich-Premiere | Regie Martyna Iwańska

Martyna Iwan´ska entführt uns mit ihren ruhigen, detailreichen Bildern in eine Welt der Körperlichkeit, die Grenzen zwischen Mensch, Tier und scheinbar totem Material auflösend. Mit dem Verweben verschiedener Texturen werden (Alp-)Träume zum Leben erweckt – und diese füllen den rundum schwarzen, scheinbar luftleeren Raum mit einer Lebendigkeit, die in ihrer perfektioniertenSchönheit schon fast bedrohlich anmutet. (ce)


Diamant – Love Hotel Band
DE | 2017 | 03 min 52 sec | Österreich-Premiere | Regie Elias Hermann

Mit der Love Hotel Band scheint der (eigentliche) Rapper Yung Hurn ein perfektes Ventil gefunden zu haben, um seiner romantischen Seite endlich freien Lauf lassen zu können. Frühlingsgefühle werden von warmen Synth-Pads in akustische Form gegossen, während der Weichzeichner sein Übriges für die schmachtenden Augen des Anbetenden tut. Die wenigen Reste übertriebener Männlichkeit werden dann aber spätestens von Lars Eidinger hinuntergespült. (ce)

Riparian – Kaitlyn Aurelia Smith
US | 2016 | Kein Dialog/Liedtext | 03 min 08 sec | Österreich-Premiere | Regie Andrew Benson

Aus unruhiger, digitaler Masse bahnt sich ein Wesen seinen Weg ins Leben, um neugierig und kontaktbereit durch die Weiten einer psychedelisch-geometrischen Welt zu ziehen. Auf der Suche nach Seinesgleichen trifft es auf wunderliche BewohnerInnen und Präsenzen, die sich mal mehr, mal weniger für den Neuankömmling interessieren, ihm aber letztendlich dabei behilflich sind, den Weg zu einem unbekannten Ziel zu finden. (ce)

Dust My Shoulders Off – Jane Zhang
CN, TW | 2016 | 03 min 40 sec | Österreich-Premiere | Regie Jen Shuai Liao

Dust My Shoulders Off nimmt sich 12 große Werke der Kunstgeschichte vor, um eine irrwitzige Reise durch verschiedene Epochen und Stile zu inszenieren. In Hochgeschwindigkeit bewegen wir uns zwischen atemberaubenden Landschaften, liebevoll aufbereiteten Klischees und historischen (Halb-) Fakten. Von Edward Hopper über Vincent Van Gogh bis Mike Tyson wird hier keiner der großen Meister vergessen. (ce)

Gosh – Jamie xx
FR, GB | 2016 | 05 min 22 sec | Österreich-Premiere | Regie Romain Gavras

Romain Gavras‘ dystopische Vision scheint in der chinesischen Stadt Tianducheng ein allzu passendes Zuhause gefunden zu haben. Neben den unbewohnten Hochhäusern der gigantischen Paris-Kopie lässt er eine Armee an fast 400 jungen Tänzern die Strukturen der „historischen“ Geisterstadt bis zum großen Showdown unter dem gefälschten Eiffelturm choreografisch erkunden. Bemerkenswert ist auch, dass das Video angeblich ohne CGI gefilmt wurde. (ce)

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