Vienna Shorts 2017 - Internationaler Wettbewerb - Das Subjekt

 
74 min.
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Das Subjekt | Animation Avantgarde

In diesem Programm geht es ums Individuelle: um subjektive Blicke, um Ängste und Wunschträume, um radikale Selbstdarstellung, um einsame Langzeitprojekte, um sexuelle Fantasien und genussvollen Tabubruch, um bedrückende Erinnerungen, um fantastische Abenteuer im Kopf und humorvolle Spielereien. Auffällig ist, dass sich zum Thema der Subjektivität einerseits viele zeichnerische Arbeiten finden und sich andererseits Geschlechterausgewogenheit wie von selbst ergibt. Somit findet sich hier eine reichhaltige Sammlung an Ein- und Ausblicken aus den unterschiedlichsten Perspektiven. (tr)

Mind Frame
US | 2016 | Kein Dialog/Liedtext | 01 min | Österreich-Premiere | Regie Jake Fried

Tusche, Deckweiß, Kaffee, ein Malgrund. Das sind die reduzierten Mittel, mit denen Jake Fried seine psychedelischen einminütigen Bildtransformationen gestaltet. Die intensive und einsame Arbeit am Zeichentisch findet im Film sein Pendant: ein männliches Porträt und seine Hände geraten in Bewegung, werden überlagert, mehrfach vervielfältigt, in ihre Bestandteile Augen, Ohren, Finger aufgelöst und mit sich verändernden Räumen und Landschaften verwoben. (tr)

Wall Dust
CN | 2016 | 07 min | Österreich-Premiere | Regie Haiyang Wang

Wall Dust ist die Einzelbild-basierte Aufzeichnung eines über mehrere Monate andauernden Malprozesses, der bewusst nicht vorausgeplant wurde, sondern zu jedem Zeitpunkt die Möglichkeit haben sollte, der spontanen Eingebung oder auch dem Zufall zu folgen. Haiyang Wang spricht aus diesem Grund hier auch von „performance art“ und schließt mit Wall Dust eine eindrucksvolle Trilogie gemalter Filme ab, die er 2009 begonnen hatte. (tr)

Dissociation
AU | 2016 | 07 min 51 sec | Österreich-Premiere | Regie Dirk de Bruyn

Dirk de Bruyn nennt Das große Lalula, das erste Nonsense-Gedicht von Christian Morgenstern, als Inspirationsquelle für Dissociation. Viele verschiedene optische und akustische Elemente werden in Beziehung zueinander gesetzt: handbemalte und bekratzte 16-mm-Filmstreifen, extrem kontraststark digitalisiert, darüber am Film gemalte Buchstaben, digital eingesetzte Schriftfragmente, repetitive Toncollagen, Gesang, Klang, Musik – und ganz nah Dirks Stimme. (tr)

Waraukumo
The Laughing Spider
JP | 2016 | Kein Dialog/Liedtext | 07 min 24 sec | Österreich-Premiere | Regie Keiichi Tanaami

Keiichi Tanaamis umfangreiches Werk als bildender Künstler seit 1960 spiegelt sich ansatzweise und in stark komprimierter Form in diesem Animationsvideo wider. Inspiriert von Andy Warhol collagiert er unter anderem klassische japanische Kunst, amerikanische Pop-Art und Anklänge des europäischen Surrealismus. Seine jugendlichen Kriegserinnerungen sind omnipräsent, wenn Roy Lichtenstein‘ sche Kampfjets immer wieder den chaotischen Bilderfluss durchschneiden. (tr)

The Empty
FR, KR | 2016 | 09 min 30 sec | Österreich-Premiere | Regie Dahee Jeong

„Der Raum beschützt mich, der Raum sperrt mich ein.“ Diese Worte des männlichen Voice-over zu Beginn deuten darauf hin, dass der Innenraum in diesem Film als Metapher verstanden werden kann für die menschliche Psyche, die sich von der Außenwelt abgrenzt. In diesem Raum sind Erfahrungen, Träume und Erinnerungen gespeichert wie die leeren Flecken an den Zimmerwänden, von denen schwarze Figuren anfangs die Möbelstücke fortgetragen haben. (tr)

Dubioseninkasso
Dubious Encashment
DE | 2017 | 11 min 30 sec | Welt-Premiere | Regie Xenia Lesniewski

Xenia Lesniewski präsentiert eine Collage der Extraklasse: Nichts kann man in diesem Film vermissen. Totale Überforderung neben Unterforderung, Provokation und Banalität. Eine Mickey-Mouse-Stimme führt die ZuschauerInnen durch ihre Welt, in der sie mit unterschiedlichsten Eindrücken und Statements konfrontiert werden. Videomaterial, Infografiken, grelle Farben, Amateurmaterial – das alles findet Eingang. Kann man nicht erzählen, muss man sehen. (wp)

Tough
GB | 2016 | 04 min 49 sec | Regie Jennifer Zheng

Die Grundlage für diesen dokumentarischen Animationsfilm liefert der Dialog zwischen einer in Großbritannien geborenen und aufgewachsenen Tochter und ihrer aus China stammenden Mutter. Diese erzählt von den Repressionen während der Kulturrevolution, während die mittlerweile erwachsene Tochter auf ihre Kindheit zurückblickt und Fragen der kulturellen Identität bespricht. Die sehr persönlichen Erfahrungen sind in einem künstlerisch besonders überzeugenden grafischen Stil umgesetzt. (tr)

Natsu no gero wa fuyu no sakana
JP | 2016 | 03 min | Regie Sawako Kabuki

Sawako Kabuki, Enfant terrible im japanischen Animationsfilm, bricht wieder genussvoll Tabus, wenn sie sich diesmal auf die menschliche Ausscheidung des Sich-Übergebens fokussiert und in einem rasant geschnittenen, grellfarbigen Techno-Beat-Musikvideo auch sexuellen Fantasien Raum gibt. Ein Film, der "für kontroverse Reaktionen" und Diskussionen sorgen könnte, bislang aber international beachtlichen Erfolg hatte. (tr)

Spank Shot
US | 2016 | Kein Dialog/Liedtext | 01 min 10 sec | Welt-Premiere | Regie Gina Kamentsky

Ein Hockey-Spiel bildet den Ausgangspunkt für diese rotoskopierten Zeichnungen und Malerei, direkt auf gefundenes 70-mm-Filmmaterial aufgetragen. Gina Kamentsky verdichtet die fragmentarisch übertragenen Figuren mit abstrakter Malerei und Buchstaben, eingerahmt in eine Komposition aus perkussiver Minimal Music und wiederkehrenden Zurufen des Publikums und des Schiedsrichters. (tr)

Figury niemozliwe i inne historie II
Impossible Figures and Other Stories II
PL | 2016 | Kein Dialog/Liedtext | 15 min | Regie Marta Pajek

Marta Pajek erzählt wieder in ihrem höchst persönlichen Stil von den Erfahrungen einer weiblichen Hauptfigur, die zwischen Realität und (alp-)traumhaften Verdichtungen pendelt, wenn sie herabfallende Eier vor dem Zerbrechen beschützen will, Räume zu Mustern transformieren, beim Öffnen des Schrankes ein lebloser übergroßer Männerkörper belastend auf ihre Schultern fällt oder am Ende ein schwarzes Monster mit löwenhaftem Knurren das gesamte Bild erobert. (tr)

9 ways to draw a person
RU | 2016 | 06 min 29 sec | Österreich-Premiere | Regie Sasha Svirsky

Mit ungestüm jugendlichem Tempo lässt Sasha Svirsky seine expressiven Zeichnungen, Grafiken und Fotocollagen, die stilistisch an den Zeitraum zwischen Dada und 1950er-Jahre erinnern, auf die Leinwand prasseln. Die Bilderflut wird diesmal durch die neun Kapitel klar strukturiert, das englischsprachige Voice-over liefert eine gute Portion Humor, und die schwungvolle und sehr schön instrumentierte Musik machen die Arbeit zu einem reinen Vergnügen. (tr)

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