Viennale-Retrospektive: The B-Film

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Mit dem B-Film wurde eine Art von purem Kino geschaffen, in dem man auch bewusst zu den Varieté- und „Attraktions“-Anfängen des Kinos zurückkehrte. Es war ein historisch ziemlich genau umgrenzbares Kinogenre, das von den frühen 1930er Jahren bis zum sogenannten Paramount Decree von 1948 und dem Niedergang der mächtigen Studios seine Blütezeit erlebte. Ermöglicht wurde der Erfolg durch die Etablierung der Vorführpraxis des double features (aus A- und B-Film) sowie der Arbeit talentierter Künstlerinnen und Künstler in den B-Abteilungen der Studios.

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Peter Lorre in "The Stranger from the Third Floor"

Durch diese Retrospektive soll der Begriff "B-Film" (oder "B-Movie") vom Geruch der Nostalgie oder des "Trash" befreit werden. Die  Filmauswahl durch den Kurator Haden Guest will belegen, dass es sich um eine eigenständige Kunstform handelt, die ureigens amerikanisch ist, und größtenteils von Emigrant/innen und Künstler/innen geschaffen wurde, die konsequent in den Randzonen des Hollywoodsystems arbeiteten. 

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Eine Szene aus "Donovan's Brain" von 1953

 

Im Laufe der Zeit haben sich so unterschiedliche Regisseure wie Jean-Luc Godard, Seijun Suzuki, Hartmut Bitomsky, Martin Scorsese oder Quentin Tarantino durch Werke dieser "randständigen" Kunst aus Hollywood inspirieren lassen. Die spätere Mutation des B-Films in andere Low-Budget-Produktionsformen – Exploitation, Trash, aber auch Hybridfilme an der Grenze zwischen Genre und Kunst – demonstrieren Filme von Meister Roger Corman oder dem legendären Billigstfilmer Ed Wood.

EIN PROGRAMM VON VIENNALE UND ÖSTERREICHISCHEM FILMMUSEUM

von 26. Oktober bis 5. Dezember 2018

Kurator Haden Guest und andere internationale Gäste werden im Lauf der Viennale Einführungen zu ausgewählten Filmen der Retrospektive halten.

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