Filmkritiken
11.11.2015

Einsam und dick daheim bei Mama

Fúsi, ist Mitte vierzig, sehr dick und lebt zu Hause bei seiner Mutter. Am liebsten hört er Heavy Metal und stellt mit Spielzeugsoldaten Szenen aus dem Zweiten Weltkrieg nach. Ansonsten hat er wenig Sozialleben. Seine Arbeit verrichtet er in der Gepäckabfertigung am Flughafen und wird von Kollegen gemobbt. Um ihn ein bisschen aus der Wohnung zu locken, schenkt ihm der Freund der Mutter einen Tanzkurs: Dort lernt er die manisch-depressive Sjöfn kennen – und siehe da, sie scheint sich für den schwergewichtigen Fúsi zu interessieren.

Gekonnt verpasst der isländische Regisseur Dagur Kári ("Ein gutes Herz", "Nói Albinói") seinen einsamen, skurrilen Helden im eisgrauen Island exzentrischen Feinsinn. Gunnar Jónsson als Fúsi trägt stoisch, aber sensibel die Last der Ressentiments, die dicken Menschen oft entgegengebracht werden. Gleichzeitig hält er beharrlich dagegen – und transzendiert gängige Arthouse-Klisches in ein zart-optimistisches Seelenporträt.

Der isländische Regisseur Dagur Kári erzählt lakonisch-trocken, unglaublich witzig und berührend aus dem Leben des gutmütigen Fúsi.