WENN DER BERG NICHT RUFT, SONDERN BLUTET

Trittsicher findet er die Balance zwischen kalt-düsterem Realismus und wohldosiertem Ekelfaktor. Einzig die Gruppendynamik der attackierten Wissenschaftler gleitet bei hohem Hysterie-Niveau manchmal fast in den Klamauk ab.

Auf einer einsamen Bergstation entdecken Forscher eine riesige Blutzunge im Gletscher. Janek – überzeugend grantig: Gerhard Liebmann – ist der versoffene Veteran der Truppe. Er entdeckt als erster beim Pinkeln im Hochgebirge ein beunruhigendes Insekten-Hybrid: Es sieht aus wie eine unschöne Mischung aus Riesenshrimp und Autoreifen – und kommt ganz ohne Computereffekte aus. Überhaupt beschränkt sich Kren gekonnt darauf, seine bizarren Gebirgsviecher immer nur kurz und schmerzhaft zu zeigen – und natürlich dann, wenn man es am wenigsten erwartet. Das produziert wohlige Schockmomente – etwa, wenn sich urplötzlich eine Riesenassel im Gesicht einer Wissenschaftlerin verbeißt oder unvermutet ein drachenverwandter Geier ähnlich wie in Hitchcocks „Vögel“ vom Himmel stürzt. Für die Forscher eine erhebliche Herausforderung, zumal sich auch noch hoher Besuch in Form einer Ministerin angesagt hat. Janeks Ex-Freundin ist Teil der Delegation und sorgt für zarte Liebesspannung im Horror-Wahnsinn.

Dass am Ende alles weitergehen könnte, versteht sich von selbst. Aber eine Fortsetzung wäre bei Marvin Kren in guten Händen.

KURIER-Wertung: ****

Blutgletscher

Blutgletscher

A 2013
Horror
26.09.2013
Marvin Kren
Gletscherblut erweist sich als ganz besonderer Saft - mit ungeahnten genetischen Auswirkungen auf die örtliche Tierwelt.
5.40

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