Filmkritiken
21.10.2015

Wenn der Kinderwunsch zum Albtraum wird

In den ersten Filmminuten hört man die Stimme eines Babys, die aus dem Bauch einer schlafenden Schwangeren zu kommen scheint – bis sie plötzlich in einem blutverschmierten Bett hochschreckt. Man fühlt sich an David Lynchs "Eraserhead" erinnert, in dem eine Frau namens Mary nach der Geburt eines missgestalteten Babys so überfordert ist, dass sie Kind und Mann verlässt.

In "Um jeden Preis" heißt die Protagonistin Maria, gespielt von Kim Basinger, und hatte soeben –so erfährt man nach dem anfänglichen Horrorszenario– gerade ihre achte Fehlgeburt. "Wir werden niemals Kinder haben– also scheiß drauf", lautet die rüde Diagnose des Ehemanns, doch Maria bleibt von ihrem Kinderwunsch besessen. Als ihr auch der Arzt mitteilt, dass sie als Mitvierzigerin zu alt sei, um noch einmal guter Hoffnung zu sein, scheut Maria auch vor kriminellen Methoden nicht zurück. Sie hört von Prostituierten an der tschechischen Grenze, die angeblich ihre Babys verkaufen wollen. Zufällig lernt sie einen kleinwüchsigen Drogensüchtigen kennen, der ihr dabei helfen soll. Langsam –zu langsam entwickelt sich der Psycho-Film zum Horror-Thriller.

Kim Basinger, immer noch sehr attraktiv, macht als Charakterdarstellerin gute Figur, kann aber die allzu konstruiert daherkommende Story nicht vollends retten.