Westfront 1918

 D 1930
Kriegsfilm / Antikriegsfilm 96 min.
7.50
film.at poster

G.W. Pabst Antikriegsfilm-Klassiker erzählt die Geschichte vierer deutscher Soldaten an der französischen Front im letzten Jahr des Ersten Weltkriegs.

Man muss es als Zeichen von Pabsts perversem Genie verstehen, dass er sich den Terror des Krieges in den Schützengräben wie auf den Weiten des Niemandslands als Sujet für seinen ersten Tonfilm aussuchte. Westfront 1918 baut sich auf zu einer Schlacht, bei der einem das Pfeifen, Scheppern, die Geräusche von Stahl durch Luft, auf Erde alle Orientierung raubt; dazwischen das kurz gedämpfte Huschen von Stahl durch Fleisch und Knochen. Als diese exemplarische, in ihrer Gesinnung prononciert pazifistische Geschichte vom Sterben der ¿Vier von der Infanterie¿ (wie die heute vergessene Romanvorlage heißt) in die Kinos kam, beherrschten revanchistisch aufgeladene deutsche Bilder vom Großen Krieg die Leinwände: Von einer Sinnlosigkeit all der Verluste an Leben und Werten war selten die Rede, eine Solidarität über die Gräben hinweg unerwünscht. Durchaus eine revolutionäre Geste, dieser Film. (R.H./Filmmuseum)

Details

Fritz Kampers, Gustav Diessl, Hans-Joachim Moebis
Georg Wilhelm Pabst
Alexander Laszlo
Charles Métain, Fritz Arno Wagner
Ladislaus Vajda nach Vier von der Infanterie von Ernst Johannsen

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Sternenstaub der Geschichte
    Ein Film aus der Zeit als die Bilder sprechen lernten (1930). Natürlich drängt sich da der Vergleich mit ‘Im Westen nichts Neues‘ auf. Doch der spielt in einer ganz anderen Liga. Weltfront 1918 ist kein richtiger Spielfilm. Nur eine Episode geht in diese Richtung: Karl (Gustav Diessl) erwischt als er auf Heimaturlaub ist, seine Frau in flagranti. Da kommen etwas steif und gezeichnet aus der Stummfilmzeit ganz kurz sogar Emotionen hoch. Heute wirkt das irgendwie amateurhaft spröde und ist lediglich von archivarischer Bedeutung. Doch es gibt auch Szenen, die ihre Momente haben, die aber nur so aneinander gereiht sind: Sterbeszenen, viele letzte Schnauferl, traumatisierte Soldaten und immer wieder die bombardierten Schützengräben. Das soll abschrecken. Und als am Schluss das Wort ‘Ende‘ im Bild erscheint, befinden sich dahinter ein Fragezeichen und ein Ausrufezeichen. Das soll nachdenklich machen. Da kann man schon über die kleinen sachlichen Ungenauigkeiten hinwegsehen, wenn man die längeren, angeschnittenen mit statischer Kamera gefilmten musikalischen Einlagen überstanden hat. Fronttheater zur Unterhaltung der Truppe war auch wichtig, bleibt aber hier in der Gesamtschau ein Fremdkörper, zumal es nicht in die Handlung eingebunden ist.
    Keine Anleihen an den großartigen Film von Lewis Milestones bleibt die ‘Westfront‘ bei aller Eigenständigkeit ein filmisches Experiment, das nur Cineasten etwas bringt. Und selbst die brauchen viel Interesse und Durchhaltevermögen.