When It Was Blue

 USA/Island 2008
68 min.
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When It Was Blue markiert den Höhepunkt einer Arbeit, deren Fertigstellung über vier Jahre in Anspruch genommen hat. Entsprechend episch ist der Umfang des Films: Mit einer Spieldauer von etwas über einer Stunde besteht die Arbeit eigentlich aus zwei Filmen, die übereinanderprojiziert auf der Leinwand ein Bild ergeben. Jede der beiden Filmrollen besteht aus einer Abfolge von Landschaftsaufnahmen, die in Kanada, den USA, in Mittelamerika, Island und Neuseeland entstanden sind. Viele Aufnahmen sind auf der optischen Bank bearbeitet, um eine Steigerung der Kontraste fast bis zur Abstraktion zu erzielen, andere sind mit dicken blauen, ockerfarbenen, grünen und roten Pinselstrichen handbemalt. Die Montage ist schnell und pulsierend, der Schnitt der beiden einzelnen Teile in sich präzise und abgestimmt auf Geräusche von Wind, Insekten, Vogelgezwitscher und der von Skúli Sverrisson komponierten Musik. Trotz der beeindruckenden Dichte des Films entsteht ein Eindruck von Leichtigkeit und Beweglichkeit. Alles scheint unaufhörlich in Bewegung zu sein: Wir sehen Bilder der sich fortwährend verändernden Welten von sonnendurchfluteten Baumwipfeln, sich auftürmenden Hügeln, einstürzenden Gletschern und aufblühender Lava, dann wieder tauchen sekundenlang Aufnahmen von Eulen, Möwen, Schlangen und vereinzelten Menschen auf. Die Doppelprojektion befördert den Eindruck einer flimmernden, geisterhaften Tiefe - ein hochgradig taktiler Effekt, mit dem bereits Filmemacher wie Barbara Rubin und Paul Sharits und erst kürzlich Glen Fogel und Luis Recoder gearbeitet haben, wenn auch mit unterschiedlicher Zielsetzung. Die Stärke des optischen Materials verbindet sich mit klimpernden, flüsternden Klanglandschaften und wird zu einer faszinierenden Reise. Jennifer Reeves versucht, mit einer Welt in Kontakt zu treten, die jenseits menschlicher Erfahrungen liegt. (Ed Halter)

(Text: Viennale 2009)

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Jennifer Reeves
Skuli Sverrisson
Jennifer Reeves
Jennifer Reeves

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