When Willie Comes Marching Home

 USA 1950
Kriegsfilm / Antikriegsfilm 82 min.
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West Virginia, 1941: Ein Kriegsfreiwilliger wartet vergeblich auf den Fronteinsatz, bekommt doch noch seine Chance, wird über Frankreich abgeschossen, von Partisanen gefunden, über London nach Washington zurück gebracht und ist vier Tage später zurück in seinem Heimatdorf, wo ihn sein Vater niederschlägt, weil er ihn für einen Einbrecher hält. Ford hielt diese Kriegskomödie für seinen lustigsten Film. Als leichte Komödie, die man zu Unrecht vernachlässigen würde, ist When Willie Comes Marching Home auch ein politischer Film, eine Betrachtung über Gemeinschaft, Lüge und Patriotismus. Wie soll Willie (Dan Dailey), der sich freiwillig zur Armee der Vereinigten Staaten gemeldet hat und auf einem Reservisten-Posten in seinem Heimatdorf sitzt, sich bewähren können wie seine Kameraden? Seine Vorgesetzten lassen ihn endlich auf einem Bomber Richtung Europa weg: Die Maschine wird von der deutschen Artillerie über Frankreich «abgeschossen» und Willie gilt nach einem Mißverständnis (seine beiden Kameraden springen vor Willie mit dem Fallschirm aus dem Flugzeug ab) als verschollen. Willie wird ein Held wider Willen, kämpft mit der Résistance und stößt auf die Pläne einer Nazi-Geheimarmee, die er persönlich in Washington abliefert. Da das alles jedoch «top secret» bleiben muß, kehrt Willie in sein Heimatdorf zurück und kommt in den Verdacht, ein Deserteur zu sein. Ich habe das Szenario von When Willie Comes Marching Home absichtlich kurz umrissen, weil es voller falscher Fährten und Ironie à la Billy Wilder steckt. Bei diesem Film findet Ford die Gelegenheit, seinen konservativen Diskurs (um zur Gemeinschaft zu gehören, muß man für sie kämpfen) in eine liberale Optik zu verpacken (man muß nicht unbedingt ein Held sein, um zu kämpfen). Mit seiner Kritik an provinzieller Scheinheiligkeit, absurder Administration und dem «modernen» Krieg kann der Film als ein «leichtes» Resummee der Fordschen Ideologie verstanden werden, die weit nuancierter ist, als es den Anschein hat. (Nicolas Saada)

(Text: Viennale 2004)

Details

Dan Dailey (Bill Kluggs), Corinne Calvet (Yvonne), Colleen Townsend (Marge Fettles), Lloyd Corrigan (Maj. Adams), William Demarest (Herman Kluggs)
John Ford
Alfred Newman
Leo Tover
Mary Loos, Richard Sale, nach der Erzählung «When Leo Comes Marching Home» von Sy Gomberg

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