Filmkritiken
12.06.2013

WIE EIN BRUCE WILLIS OHNE SELBSTIRONIE

In der Wahl ihrer Feinde sind amerikanische Action-Thriller meist nicht sonderlich subtil. Russische Kommunisten, arabische Terroristen oder – wie in diesem Fall, ganz der aktuellen Weltlage angepasst – nordkoreanische Separatisten: Sie sind es, die „Olympus“ – das Militär-Codewort fürs Weiße Haus in Washington – zu Fall bringen.

Will heißen: Nordkoreanische Terroristen landen mit einem Flugzeug gemütlich vor dem Weißen Haus, mähen dort kalt ein paar Touristen um und nehmen den US-Präsidenten samt Beraterstab als Geisel. Geht alles ruckzuck, so schnell kann das amerikanische Militär gar nicht schauen.

Gut, dass es Gerard Butler gibt. In bewährter Bruce-Willis-Manier, nur leider ohne dessen Selbstironie, kann er als einziger in Washington den Kampf gegen die Feinde aufnehmen.

Regisseur Fuqua („Training Day“), eigentlich ein solider Actionthriller-Regisseur, ist hier der Mann fürs patriotisch Grobe. Die zerschossene US-Flagge zittert jämmerlich im Wind, dramatisch geht das Washington Monument in die Knie.

Dazwischen wird viel geballert und eine Menge Unsinn geredet. „Wie sitzt meine Frisur?“, versucht die Verteidigungsministerin witzig zu sein, nachdem die hinterfotzigen Koreaner sie fast tot geschlagen haben. Nicht lustig.

Als Terroristen den US-Präsidenten in ihre Gewalt bringen, sieht ein in Ungnade gefallener Agent seine große Stunde für heldenhaftes Handeln gekommen.